Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Viel zu laute Poser!

Urbanes Leben ist laut. Events, Feste, Straßen- und Baustellenlärm geben der Stadt ihren eigenen Sound. Städter wissen diesen Trubel in der Regel zu schätzen, sie werden mitunter aber auch vom Lärm gestresst und in ihrem Schlaf beeinträchtigt.
Wenige Einwirkungen aus der Umwelt werden so unterschätzt wie Lärm. Lärm kann krank machen: Neben Schlafstörungen und Gehörschäden kann er zu Bluthochdruck bis hin zum Herzinfarkt führen oder psychische Folgen wie Depressionen nach sich ziehen. Die durch Lärm in Stuttgart entstehenden Gesundheitskosten werden auf rund 17 Mio. Euro jährlich geschätzt.
In Stuttgart ist der Autoverkehr der größte Lärmverursacher. Zigtausende Menschen leben an den großen Verkehrsachsen in der Stadt und sind auch nachts hohen Geräuschpegeln ausgesetzt. Über aufwendige und teure Maßnahmen versucht die Stadt, die Lärmbelastung innerhalb verträglicher Grenzen zu halten.
Vor diesem Hintergrund kann kein Verständnis dafür aufgebracht werden, wenn Verkehrsteilnehmer diese Anstrengungen torpedieren, weil sie irgendwie auf den Motorenlärm ihrer Fahrzeuge stehen. Seit Jahren verleitet manche Panoramastrecke in der Stadt Motorradfahrer dazu, „mal aufzudrehen“ und nebenbei den gesamten Kessel zu belärmen. Jetzt kommt das recht neue Phänomen der Autoposer dazu.
Einige wenige Autofahrer mit aufgemotzten Fahrzeugen, Klappenauspuff und Active-Sound-Boost-Anlagen terrorisieren insbesondere nachts durch ohrenbetäubende „Poser“-Fahrten Anwohner und Flaneure in der Innenstadt. Nach wie vor, obwohl etliche Maßnahmen zur nächtlichen Verkehrsberuhigung und -verlangsamung in der Bolzstraße und der Theodor-Heuss-Straße – wie die Blitzer, aber auch das Sperren der Fußgängerbrücke über die Friedrichstraße für das schaulustige Publikum – punktuell Erfolge gebracht haben.
Allerdings scheint sich die Szene nun zu verlagern. Auch aus anderen Teilen der Innenstadt und dem Stuttgarter Osten kommen nun immer wieder Klagen über das Fehlverhalten dieser mit mindestens so viel Tuning-Teilen wie Minderwertigkeitskomplexen ausgestatteten Selbstdarsteller.
Wir finden, auch in Stuttgart muss diesem Treiben einiger weniger mit einem Aktionsplan konsequent entgegengetreten werden – zum Schutz der Anwohner und für mehr Lebensqualität.
(Foto: Pixabay)

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