Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Weltkulturerbestadt Stuttgart

Große Freude für die Stadt: Zur Würdigung des Gesamtwerks von Le Corbusier wurden 17 seiner Bauten in sieben Ländern in das Weltkulturerbe aufgenommen. Unter ihnen das Einfamilienhaus im Bruckmannweg 2 und das gemeinsam mit seinem Vetter Pierre Jeanneret errichtete Doppelhaus in der Rathenaustraße 1-3.
Erstmals setzte sich eine Kollektivbewerbung durch: Argentinien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Indien, Japan und die Schweiz tragen zur Ehrung des Gesamtwerks des schweizerisch-französischen Architekten bei, der die Architektursprache international revolutioniert hat: „Seine nun zum Erbe der gesamten Menschheit gehörenden Werke verkörpern typologisch den radikalen Bruch mit vormals verwendeten Stilen, Designs, Methoden, Technologien und Bautechniken”.
Auf dem Weissenhof konnte Le Corbusier seine Ansätze zur Standardisierung des Bauens und Wohnens weiterentwickeln. Besonders Mies van der Rohe hatte sich dafür eingesetzt, wenige Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs diesen „französischen“ Architekten einzuladen. Nicht zuletzt dessen Teilnahme trug dann zum internationalen Erfolg der 1926 vom Stuttgarter Gemeinderat mit klarer Mehrheit beschlossenen Werkbundausstellung auf dem Weissenhof bei, die „Neues Wohnen, Neue Lebensformen“ thematisierte. Sie markiert den Durchbruch der modernen Architektur, weswegen ihr auch heute noch große architekturhistorische Bedeutung zukommt. In wenigen Monaten realisierten 17 Architekten 33 Flachdachhäuser mit innovativen Materialien und überlegten Grundrissen – eine Mustersiedlung für die modernen Großstädter jener Zeit.
Wir freuen uns, dass Stuttgarts Ruf als kultureller Metropole und Architekturstadt weitere Bestätigung findet. Dieses Welterbe, „herausragend und beispielhaft als gemeinsamer Besitz der Menschheit“, ist aber auch Verpflichtung. So muss jetzt dafür gesorgt werden, dass die gesamte Weissenhof-Siedlung den Welterbe-Bauten ein würdiges Umfeld bietet.
Auch im Rosensteinviertel kann beispielgebende Architektur entstehen, wenn seiner Entwicklung eine ähnlich inspirierende Fragestellung zugrunde gelegt wird. Beispielsweise: Welche Architektur fördert das Miteinander vielfältiger Identitäten, Kulturen, Lebensstile und –umstände und nimmt die erforderliche ökologische Transformation vor?

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