Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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22.07.2016

Rehe schützen (+ Antwort)

Gemeinsamer Antrag der Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU

Ende Juni haben Jagdpächter im Sicherheitsbeirat Wangen ihre zunehmenden Probleme mit freilaufenden oder wildernden Hunden geschildert und um Unterstützung nachgefragt. Wie dann auch in der Presse zu lesen war, hatte es in den wenigen Wochen seit Anfang Mai bereits sieben Fälle von durch Hunde gerissenen Rehen gegeben.
Ähnliche Bilder und Berichte kamen im letzten Winter auch aus Uhlbach und Rotenberg. Hier wie dort schwinden Rückzugsgebiete für die Rehe, die dann im Winter, wenn das Gehetztwerden die ohnehin reduzierten Energiereserven weiter schwächt, oder im Frühjahr, wenn die Rehgeiße hoch trächtig oder die Rehkitze schon geboren sind, besonders gefährdet sind.
Zunehmend verwehren in den Landschaftsschutzgebieten verbotene, illegal errichtete Hecken und Zäune die Flucht, die scheuen Rehe geraten in Panik, verfangen sich in ihnen und fallen den Hunden zum Opfer. Nach Einschätzung eines Jagdpächters kämen ohne diese illegal errichteten Hindernisse nicht einmal die Hälfte der Tiere zu Tode.
In Wangen treten vermehrt derartige Fälle auf, seit die Wiederherstellung der Wandelwege für eine bessere Zugänglichkeit des Gebiets gesorgt hat.
In der Verantwortung stehen zunächst und vor allem die Hundebesitzer. Ihre Tiere haben einen Jagdinstinkt, ist der geweckt, sind sie mitunter nicht mehr zu halten. Weil es derzeit in Landschaftsschutzgebieten keinen Leinenzwang wie beispielsweise im Rotwildpark gibt, bleibt vor allem der Appell an die Hundehalter, ihr Tier in Landschaftsschutzgebieten an die Leine zu nehmen.
Jedoch sehen wir auch die Stadt in der Pflicht, Wildtiere zu schützen. Beispielsweise indem sie auf die Einhaltung von Vorschriften besteht und gegen illegal errichtete Zäune und Hecken in den Schutzgebieten tätig wird. Oder indem der städtische Vollzugsdienst während kritischer Zeiten verschärft kontrolliert.
In Untertürkheim und rund um den Rotenberg scheinen derartige Maßnahmen gefruchtet zu haben. Im Frühjahr waren keine weiteren Fälle zu verzeichnen und den Hundehaltern wurde eine gestiegene Sorgfaltspflicht konstatiert. Mit dazu beigetragen haben verschärfte Kontrollen des städtischen Vollzugsdiensts.

Wir beantragen:

1. Die Stadtverwaltung berichtet, wo im Stadtgebiet vermehrt Probleme mit freilaufenden oder wildernden Hunden auftreten.
2. Sie stellt dar, welche Maßnahmen in Rotenberg und Untertürkheim ergriffen wurden, um den Problemen mit wildernden Hunden Herr zu werden.
3. Die Verwaltung berichtet zudem vom Stand der Maßnahmen gegen den unkontrollierten Wildwuchs, insbesondere von Zäunen und Hecken, am Wangener Berg.
4. Die Kontrollzeiten des städtischen Vollzugsdiensts werden auf der Wangener Höhe in Zeiten besonderen Bedarfes verstärkt.
5. Am Wangener Berg, besonders entlang der Wandelwege, und ggf. in weiteren Gebieten, in denen Bedarf besteht, werden Schilder aufgestellt mit der Aufforderung, Hunde an die Leine zu nehmen.

Vittorio Lazaridis, Andreas G. Winter (GRÜNE); Beate Bulle-Schmid, Fritz Currle (CDU)

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