Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Kann die Bahn Stuttgart 21?

Vor gut sechs Jahren hat die Bahn mit der legendären Prellbockanhebung den Baustart für die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs verkündet. Seither hat sie – mehr oder weniger – Teile der Baugrube ausgehoben und ca. ein Viertel der erforderlichen Tunnelröhren gegraben.
Und sie hat dafür ca. 6 Mrd. Euro bereits ausgegeben oder darüber Aufträge vergeben. Nahezu der gesamte Etat ist also jetzt schon verplant, obwohl die Bahn nun einräumt, auch bis 2022 noch bauen zu müssen. Dabei wurde dieser erst vor drei Jahren – wie gemutmaßt wird unter starker politischer Einflussnahme – um 2 Milliarden aufgestockt. Auch damals hat die Bahn-Spitze beteuert, dass alles im Plan läge – bis die Bombe platzte.
Jetzt weckt die Bahn ein weiteres Mal erhebliche Zweifel daran, dass sie in der Lage ist, das Projekt Stuttgart 21 in dem von ihr genannten Termin- und Kostenrahmen zu realisieren und bekräftigt damit unsere schlimmen Befürchtungen.
Wenn der neue Bahnhof erst zwei Jahre später eröffnet wird, sind damit erhebliche Auswirkungen auf das Leben in der Landeshauptstadt verbunden. Dabei dürften die Beeinträchtigungen aus dem Baubetrieb selbst – wie Lärm, Staub, Behinderungen etc. – noch die geringsten sein. Dagegen werden die verkehrlichen Beeinträchtigungen – Staus, Straßenverlegungen, Linienunterbrechung bei der Straßenbahn und weiterhin Unpünktlichkeit bei der S-Bahn – tagtäglich zig-Tausende von Pendlern nerven.
Gravierend ist weiter, dass die dringend gebrauchten Wohnungen im künftigen Rosensteinviertel ebenfalls erst später fertig gestellt werden könnten.
Diese und weitere Auswirkungen werden das Leben in der Landeshauptstadt erheblich beeinträchtigen.
Wir sind der Auffassung, dass die Stadtgesellschaft deswegen schnell und umfassend über die Änderungen, die sich aus dem Zeitverzug der Bahn ergeben, informiert werden muss. Wir haben beantragt, dass die Bahn ihre geänderte Terminplanung gleich nach der Sitzung des Lenkungskreises, aber auf jeden Fall noch vor der Sommerpause, im Rathaus vorstellt. Dann stehen auch die Maßnahmen zur Diskussion, mit denen die Bahn gegensteuern will. Auch bei heftigstem Termindruck dürfen bei dem risikobehafteten Projekt S21 auf keinen Fall weitere Risiken in Kauf genommen werden.

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