Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Ein Gebetsraum für die City

In Stuttgart leben nach Schätzungen aus dem Jahr 2010 rund 60.000 Muslime. Ihre Zahl dürfte auch als Folge der in der Stadt angekommenen Flüchtlinge seither weiter gestiegen sein. Moscheegemeinden und Gebetsgruppen haben in der Stadt rund 25 Räume eingerichtet, in denen Gebete gesprochen und der Glaube praktiziert werden kann. Diese Räume befinden sich in den Außenbezirken. Großer Mangel besteht hingegen in der Innenstadt.
Der Koran sieht Pflichtgebete zu bestimmten Tageszeiten vor. Bekennende Muslime sind daher auf Räume in der Nähe ihrer Arbeitsstätten angewiesen. Einige große internationale Unternehmen wie Audi, Vodafone, Ikea oder die deutsche Bahn stellen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deswegen Gebetsräume zur Verfügung.
In der City fehlen sie. Den Gläubigen bleiben oft nur unwürdige Orte, beispielsweise in Hauseingängen oder Treppenhäusern, um ohne Ruhe und ohne die Möglichkeit der Kontemplation ihre Gebete zu sprechen.
Seit geraumer Zeit suchen daher mehrere Moscheegemeinden nach einem gemeinsamen Gebetsraum. Der Arbeitskreis Stuttgarter Muslime hat den Wunsch geäußert, einen nationalitätenübergreifenden muslimischen Gebetsraum in City-Lage zu errichten, um Muslimen die Möglichkeit zur Errichtung des Pflichtgebets in zentraler Lage in der Stadt zu ermöglichen. Dieser sollte eine Größe von zumindest 100 – 150 m² umfassen. Er soll unterschiedlichen Ethnien und Glaubensrichtungen der Muslime zur Verfügung stehen, also nicht nur einer Gemeinschaft vorbehalten sein. Angefragte Gemeinden haben sich bereit erklärt, die Unterhaltung des Gebetsraumes zu finanzieren.
Ein solcher multiethnischer Gebetsraum gemäßigter Muslime in deutscher Sprache könnte auch eine Alternative für die geflüchteten Muslime aus Syrien, Irak, Iran, Afghanistan usw. zu den arabischen Moscheegemeinden sein.
Und er wäre ein Angebot an die Reisenden muslimischen Glaubens, die in die weltoffene und internationale Stadt kommen.
Die Grünen haben die Liegenschaftsverwaltung aufgefordert, die islamischen Gemeinden aus dem Arbeitskreis „Stuttgarter Muslime“ bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten zu unterstützen und darzustellen, in welchen städtischen Immobilien in zentraler Lage ein Gebetsraum eingerichtet werden könnte.
(Foto: Ceddyfresse)

Rückblick youtube facebook