Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
Download
10.06.2016

Herkulesprojekt Digitalisierung

Damit die unternehmerische Standortentscheidung für Stuttgart fällt!
Antrag

Die Daimler AG will mit dem Projekt Startup Autobahn, mit einem amerikanischen Projektpartner und angedockt an die Uni Stuttgart, nichts weniger als einen deutschen Gegenpol zum Silicon Valley etablieren und ein globales Netzwerk für Know-how und Finanzierung von Neugründungen knüpften. Am 14. Juli werden die Bewerbungspräsentation in Stuttgart gehalten, die Gewinner bekommen Zugang zu den bestens ausgestatteten Hardware Laboren.
Startups wird künftig jedoch nicht nur eine wichtige Rolle in der Automobil- und Mobiltätsbranche zukommen. Wenn ihr Know-how mit den bislang oft brachliegenden Erfordernissen zur Digitalisierung von Prozessen in etablierten kleinen und mittleren Unternehmen zusammen gebracht wird, können beide Seiten damit die Chancen der Digitalisierung systematisch nutzen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert mit dem Projekt „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ bundesweit zehn Kompetenzzentren mit dem Ziel, die Digitalisierung für mittelständische Unternehmen erfahrbar zu machen, und sie bei der Erprobung und Einführung digitaler Technologien zu unterstützen. Eines davon ist das landesweite Projektkonsortium „DigiRegioBW“ mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkstag, Steinbeis-Stiftung u. a.
Auch für die neue grün-schwarze Landesregierung steht die Herkulesaufgabe „Digitalisierung aller Unternehmen vor Ort in den Kommunen“ ganz oben auf der Tagesordnung. Wir halten es deshalb für dringend erforderlich, dass die Fäden weit über „DigiRegioBW“ hinaus gesponnen werden. Dazu muss die Landeshauptstadt ihre Handlungsmöglichkeiten zur Schaffung von guten Bedingungen für eine schnelle Datenübertragung ausloten und kann somit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Stuttgart leisten.
In diesem Zusammenhang kommt auch dem Ausbau der digitalen Infrastruktur, der Glasfaseranbindung von Unternehmen, der Versorgung mit dark fibre eine zentrale Bedeutung zu. Dies wurde anlässlich der Präsentation einer Planungsstudie für die Glasfaservernetzung von Animations- und VFX-Studios in der Region Stuttgart am 7. Juni 2016 im Hochleistungszentrum der Universität Stuttgart in Vaihingen erneut deutlich artikuliert.

Wir beantragen,

dass das Thema Digitalisierung von Unternehmen auf die Tagesordnung im Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen gesetzt wird. Dabei wird auf folgende Fragen eingegangen:

1. Wie kann die lokale Startup-Szene mit den Bedürfnissen der etablierten Unternehmen vernetzt werden, damit die Digitalisierung als große Herausforderung der Zukunft in all seiner Vielfalt mit einer hohen Breitenwirkung angegangen werden kann?

2. Welche Ergebnisse aus dem Programm DigiRegioBW und anderen, auch privaten und universitären Projekten, liegen bereits vor und welche Handlungsfelder können daraus abgeleitet werden?

3. In welcher Phase befindet sich das vom Land unterstützte zweistufige Modellprojekt zur Verbesserung der Breitbandversorgung Stufe 1 (Backbone-Planung), an dem sich die Landkreise der Region und die Landeshauptstadt gemeinsam beteiligen (vgl.GRDrs 581/2015)?

4. Wie können Stadt und Stadtwerke den Ausbau des Glasfaserbreitbandes stärker als bisher unterstützen? Gibt es Unternehmen in Stuttgart, die einen Teil ihrer Leitungs-Kapazitäten möglichen Nachfragern zur Verfügung stellen würden (sog. Carrier)?

Silvia Fischer, Andreas G. Winter

Rückblick youtube facebook