Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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04.05.2016

Gebetsraum für die City

Antrag

In Stuttgart leben nach Schätzungen aus dem Jahr 2010 rund 60.000 Muslime. Ihre Zahl dürfte auch als Folge der in der Stadt angekommenen Flüchtlinge seither weiter gestiegen sein. Moscheegemeinden und Gebetsgruppen haben in der Stadt rund 25 Räume eingerichtet, in denen Gebete gesprochen und der Glaube praktiziert werden kann. Diese Räume befinden sich in den Außenbezirken. Großer Mangel besteht hingegen in der Innenstadt.
Der Koran sieht Pflichtgebete zu bestimmten Tageszeiten vor. Bekennende Muslime sind daher auf Räume in der Nähe ihrer Arbeitsstätten angewiesen. Weil diese in der City fehlen, bleiben ihnen oft nur unwürdige Möglichkeiten, beispielsweise in Hauseingängen oder Treppenhäusern, ohne Ruhe und ohne die Möglichkeit der Kontemplation.
Seit geraumer Zeit suchen daher mehrere Moscheegemeinden nach einem gemeinsamen Gebetsraum. Der Arbeitskreis Stuttgarter Muslime hat den Wunsch geäußert, einen nationalitätenübergreifenden muslimischen Gebetsraum in City-Lage zu errichten, um Muslimen die Möglichkeit zur Errichtung des Pflichtgebets in zentraler Lage in der Stadt zu ermöglichen. Dieser sollte eine Größe von zumindest 100 – 150 m² umfassen. Er soll unterschiedlichen Ethnien und Glaubensrichtungen der Muslime zur Verfügung stehen, also nicht nur einer Gemeinschaft vorbehalten sein. Angefragte Gemeinden haben sich bereit erklärt, die Unterhaltung des Gebetsraumes zu finanzieren.
Ein solcher multiethnischer Gebetsraum gemäßigter Muslime in deutscher Sprache könnte auch eine Alternative für die geflüchteten Muslime aus Syrien, Irak, Iran, Afghanistan usw. zu den arabischen Moscheegemeinden sein.

Wir beantragen:

Die Liegenschaftsverwaltung unterstützt die islamischen Gemeinden aus dem Arbeitskreis „Stuttgarter Muslime“ bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten und stellt dar, in welchen städtischen Immobilien in zentraler Lage ein Gebetsraum eingerichtet werden könnte.

Gabriele Nuber-Schöllhammer, Andreas G. Winter

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