Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Mit der Seilbahn in die Allianz-City

Wir begrüßen, dass die Allianz unserer Stadt die Treue halten will. Mit dem geplanten Umzug nach Vaihingen fällt die Wahl auf einen auch durch den künftigen Regionalbahnhalt bestens öffentlich angeschlossenen Standort.
Trotzdem müssen die Pläne sensibel erwogen und die Auswirkungen auf den Synergiepark mitbedacht werden. Für einen Neubau der Allianz-City im bisherigen Sportbereich sind anspruchsvolle städtebauliche und ökologische Rahmenbedingungen vorzugeben – schön, dass die Allianz selbst sich hohe Standards setzt. Für die entfallenden Sportflächen müssen Ersatzangebote gemacht werden.
Die Baufläche sollte großen Abstand zum Schwarzbach lassen. An dem könnte ein Grünzug als Naturschutzprojekt und Erholungsraum neu geschaffen werden. Diesen Plänen kommt entgegen, dass die vor Jahren abgebrannte Sportinsel nicht mehr aufgebaut wird – eine Forderung, die wir damals schon erhoben haben.
4.000 Allianz-Mitarbeiter werden die Notwendigkeit erhöhen, im Gewerbegebiet eine Aufenthaltsqualität zu schaffen, die derzeit kaum existiert. Umso mehr, wenn der Synergiepark mittelfristig bis zu 40.000 Arbeitsplätze bieten soll. Deswegen sollten künftig Grünkorridore und begrünte Aufenthaltsinseln zum Verweilen einladen.
Auch das Bahnhofsvorfeld muss – auf beiden Seiten – dringend neu gestaltet und die trennende Wirkung des Schienenstrangs aufgebrochen werden. Die Unterführungen müssen das Ergebnis der Bürgerbeteiligung widerspiegeln. Die notwendige Infrastruktur für diesen in Zukunft noch wichtigeren Mobilitätsknoten muss mitgeplant werden.
Unabdingbar muss geklärt werden, wie im heute schon verkehrsüberlasteten Stadtbezirk Vaihingen die Verkehre künftig nachhaltig und leistungsfähig organisiert werden können. Der Bau einer urbanen Seilbahn wäre für uns eine Prüfung wert: Vom Eiermann-Campus über das Freibad, den Regionalbahnhof, den Synergiepark bis zu einer Park and Ride-Anlage an der Nord-Süd-Straße. Seilbahnen im urbanen Umfeld sind derzeit in Deutschland noch wenig verbreitet. Ihre ökologischen, planerischen und wirtschaftlichen Vorteile führen dazu, dass sie wahrscheinlich mittelfristig nicht mehr wegzudenken sein werden. Wie seit 2012 in London, wie auch demnächst in Berlin oder Zürich werden sie immer mehr Anwendungen in bereits bebauten Gebieten finden.
(Foto: Von Holger WeinandtEigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de )

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