Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Besser ohne Kohle

Die EnBW plant, ihr Heizkraftwerk Stuttgart-Gaisburg in den nächsten Jahren grundlegend zu modernisieren. Zukünftig soll dann ein wesentlich kleineres, effizientes und emissionsärmeres Gas-Heizwerk das heutige – hauptsächlich mit Kohle gefeuerte – Heizkraftwerk ersetzen.
Natürlich ist es begrüßenswert, wenn künftig Wärme umweltfreundlicher und effizienter durch Gas statt durch Kohle erzeugt wird. Trotzdem ist die Konzeption der EnBW auf ein Spitzen- bzw. Reservekraftwerk in Gaisburg zu hinterfragen: Die in der Kraft-Wärme-Kopplung liegenden Möglichkeiten werden kaum genutzt und ihr Potential für die urbane Energiewende der Stadt nicht gehoben, wenn das Kraftwerk die meiste Zeit still steht.
Würde in Gaisburg ein Gas-und-Dampf (GuD)-Kombikraftwerk anstelle des geplanten Blockheizkraftwerks (BHKW) errichtet, könnte viel mehr Strom mit geringen CO2-Emissionen erzeugt werden, weil die Leistung deutlich höher und zudem auch der Wirkungsgrad der Stromerzeugung höher ist.
Die EnBW könnte auf diese Weise einen großen Beitrag dazu leisten, den durch den Wegfall des Atomstroms erforderlich werdenden Zubau an Kraftwerksleistung in Baden-Württemberg zu realisieren. Und für die Stadt bietet sich eine Möglichkeit – nachdem die Pläne für Windkraftanlagen auf Stadtgebiet verworfen wurden – die Stromerzeugung im Stadtgebiet zu steigern und sie möglichst emissionsarm zu bewerkstelligen.
Zudem lässt sich die von der Stadt angestrebte Übernahme des Fernwärmenetzes nur vertreten und in Übereinklang mit den Zielen der Urbanisierung der Energiewende bringen, wenn die eingespeiste Fernwärme so emissionsfrei wie möglich erzeugt wird. Die Pläne der Stadt würden konterkariert, wenn die Fernwärme weiterhin von Kohlekraftwerken kommt. Deswegen halten wir eine Gesamtstrategie für erforderlich, in dem das Vorhaben in Gaisburg in einer längerfristigen Perspektive betrachtet wird und in Beziehung zu den Überlegungen zur Modernisierung der Kraftwerk-Standorte Münster und Altbach gesetzt wird. Ziel muss die Modernisierung der gesamten Fernwärmeversorgung mit maximalem Klimaschutzwirkung und unter Berücksichtigung der energiepolitischen Zielsetzungen von Stadt, Land und Bund sein.

Rückblick youtube facebook