Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Grüne Fraktion vor Ort: Bad Cannstatt

Stadt vor Ort erleben – dies ist das Ziel der grünen Fraktionssitzungen in den Stuttgarter Stadtteilen. Am 15. April 2010 führte eine ausgedehnte Radtour durch Bad Cannstatt. Die ortskundige Führung durch die grünen Bezirksbeiräte führte zu zentralen Orten der Cannstatter Stadtentwicklung – heute und in der Zukunft. Über den Stadtteil hinaus werden hier Zeichen gesetzt, wie urbanes Wohnen und Arbeiten in innovativen Konzepten verbunden werden.

Vor Ort in Bad Cannstatt 1

Am eigenen Leib erfuhren die grünen Radfahrer die beengten Verhältnisse in der Seelbergstraße. Auf dem Zubringer vom Wilhelmplatz zum Cannstatter Carree ist jeder Quadratmeter umkämpft. Fußgänger, Fahrradfahrer und Autoverkehr drängen sich in der engen Straße. Ein Kinderwagen in der Hacke ist keine Seltenheit und kaum zu vermeiden. Mehr Raum für die Fußgänger ist dringend notwendig und die Verbreiterung des Gehweges die Mindestforderung der Grünen.

Auch auf dem Marktplatz könnte mit wenigen Mitteln der motorisierte Verkehr verschwinden. Gefragt ist jedoch ein Nutzungs- und Verschönerungskonzept, das den zentralen Platz in ein attraktives Zentrum verwandelt. Eine Chance ist die baldige Eröffnung des neuen Cafés in der alten Puschmann-Niederlassung. Wir wünschen viel Erfolg und hoffen auf Nachahmer!

Verkehr blieb erst einmal das bestimmende Thema: Am Augsburger Platz präsentiert sich die inoffizielle Cannstatter Innenstadtautobahn. Eine Umgehung gibt es bereits mit dem Kappelbergtunnel – nur offensichtlich interessiert es niemanden. Trotz der versprochenen Entlastung fahren wieder bis zu 23.000 Fahrzeuge pro Tag durch das Wohngebiet. Erste Linderung für die geplagten Anwohner erhofft sich der Bezirksbeirat durch die angestoßene Wendemöglichkeit über die Gleise der Stadtbahn. Bisher führt eine weiträumige Umfahrung die Fahrzeuge immer tiefer in das Wohngebiet hinein.

Stadtentwicklung von der Pike auf konnten die Stadträte im neuen Neckarpark beobachten. Wo bisher noch Logistikzentren und staubige Brachen das Bild bestimmen, entsteht ein neues Quartier mit Wohnungen und Freizeitanlagen. Zentrum wird das kurz vor der Vollendung stehende Stadtarchiv. Vertreter des Stadtarchivs, der Gemeinwesenarbeit und der Bürgerinitiative Veielbrunnenviertel präsentierten ihre verdienstvolle Arbeit für das Quartier. In Zukunft wünschen sich alle Parteien die gute Zusammenarbeit zwischen eingesessenen Bewohnern und den Neuankömmlingen im Neckarpark. Einigkeit besteht darüber, dass insbesondere der Zugang zu dem Viertel dringend verbessert werden muss. Die Seelbergunterführung, für Kinder auch täglicher Schulweg, lässt sich bestenfalls als gruselig beschreiben. Wenn in Zukunft Familien Einzug im Neckarpark halten, ist dieses Nadelöhr für Fußgänger und Fahrradfahrer vollkommen unzureichend.

Abschluss der Tour war die ehemalige Schokoladenfabrik im Friedel-Areal. Hier wird ein Modellprojekt zeigen, wie eine alte Industrieanlage zu einem Raum für urbanes Wohnen und Freizeitgestaltung umgewidmet wird. Areale in Berlin, Hamburg und Düsseldorf stehen hier Pate – wir möchten aber nicht immer in die Ferne reisen, um die Zukunft zu sehen!
Wichtiger Bestandteil des Friedel-Areals sind die dort arbeitenden Künstler – auch im neuen Wohnkonzept soll für die Ateliers weiterhin Platz sein. Erste Umsetzungspläne wurden gemeinsam mit den Künstlern erörtert. Für eine lebendige Stadt ist eine die kreative Szene überlebenswichtig!

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