Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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01.12.2015

Raus aus der Kohle, raus aus Öl und Gas!

Pressemitteilung

Die Grünen im Stuttgarter Rathaus erneuern ihre Forderung, die Stadt möge nicht in Unternehmen investieren, die ihrerseits noch in Energieerzeugung aus Kohle, Gas und Öl investieren. Stattdessen müsse das Geld der Stadt in nachhaltige Sektoren investiert werden.

Anna Deparnay-Grunenberg, Vorsitzende der Grünen im Stuttgarter Rathaus: „Um den Klimawandel zu begrenzen und Wirtschaft und Gesellschaft zu schützen, müssen wir Treibhausemissionen drastisch begrenzen, wo nur möglich. Die Stadt kann auch dadurch einen Beitrag leisten, dass sie aus Kohle, Öl und Gas aussteigt, also ihre Finanzanlagen aus Unternehmen des fossilen Brennstoffsektors abzieht.“
Die Stadt Stuttgart betreibt aktiven Klimaschutz und engagiert sich seit etlichen Jahren auf zahlreichen Gebieten für die Begrenzung des Klimawandels. Bisher unter Klimagesichtspunkten noch kaum in den Blick genommen wurden die Finanzanlagen der Landeshauptstadt.
Der seit 2012 weltweit sehr schnell wachsenden Fossil-Free-Bewegung gebührt der Verdienst, herausgearbeitet zu haben, dass der Großteil der bisher bekannten fossilen Brennstoffreserven nicht genutzt werden kann, wenn die globale Erwärmung auf 2 Grad begrenzt werden soll. Schätzungen sprechen von 68 – 80 Prozent der Ressourcen, die nicht gehoben werden können.
Fossile Brennstoffe bergen somit neben den verheerenden Folgen für das Klima auch erhebliche ökonomische Risiken. Der Wert börsennotierter Konzerne des fossilen Brennstoffsektors ist entsprechend überhöht, wenn ihre
Ressourcen nicht gehoben werden können. Öffentlichen oder privaten Anlegern erwächst daraus das Risiko, dass diese „Kohlenstoffblase“ den Wert ihrer Anlagen schmelzen lässt.
Die Liste der Institutionen, Unternehmen, Städte, die sich der Divestment-Bewegung – raus aus den Investments in den Kohlenstoffsektor – angeschlossen haben, ist lang und eindrucksvoll: Seattle und San Franzisco (USA), Örebro (Schweden) und die schwedische Kirche, der norwegische Staatsfonds, der Rockefeller Brothers Fund, der Versicherungsriese AXA … Der Gouverneur der Bank of England, wie auch der UN-Generalsekretär warnen beständig vor diesen Risiken.
Vor wenigen Wochen hat als erste deutsche Stadt Münster beschlossen, keine Beteiligung an Unternehmen mehr zu halten, die Atomenergie erzeugen oder auf nicht nachhaltige und klimaschädliche Energien setzen.
Und vor einer Woche hat der Allianz-Konzern angekündigt, aus Investments in fossile Energieträger auszusteigen und rund vier Milliarden Euro Anlagegelder aus Kohleinvestments abzuziehen.
Die Grünen im Stuttgarter Rathaus haben bereits bei der Erörterung der Anlageziele der Stadt Stuttgart im Juli dieses Jahres darauf gedrungen, keine Investitionen zu tätigen, die in ethischer, ökologischer oder sozialer Hinsicht problematisch sind. Dabei haben sie explizit gefordert, dass sich die Stadt dem Ziel der Dekarbonisierung anschließen müsse, um auch auf diese Weise einen Beitrag zu leisten, dass sich das Weltklima nicht mehr als 2 Grad aufheizt.
Die Verwaltung hat daraufhin zugesagt, dem Gemeinderat Transparenz in den jetzigen Anlagen – die insgesamt über eine Milliarde Euro betragen – zu verschaffen und in den kommenden Monaten mit den jeweiligen Investmentgesellschaften zu diskutieren, wie die konkrete Ausgestaltung und die Alternativen bei den Fonds aussehen können.
Anna Deparnay-Grunenberg „Wir werden uns das Ergebnis dieser Alternativprüfung zu Beginn des nächsten Jahres akribisch anschauen. Am Ziel des Ausstiegs aus der Kohle halten wir fest.“

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