Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
Download
22.10.2015

Gewalt rund um den Fußball – Fanprojekt, bevor junge Menschen in gefährliches Fahr-wasser kommen

Haushalt 2016/2017 Antrag Nr. 08.02

Seit Jahren lesen wir regelmäßig in den Zeitungen oder sehen wir im Fernsehen Beiträge über Gewalt in Stadien, vor allem aber auf den Wegen von und zu den Fußballstadien. Sicherheitsexperten sprechen von “Kampfsport”, von der “Fanlust am Krawall” oder gar vom “Bürgerkrieg”. Einsatzleiter der Polizei sprechen von “Problempersonen” und meinen Fußballanhänger, manchmal auch so genannte Ultras. Andere Einsatzleiter lassen sich so zitieren: “Mir hat noch keiner erklären können, warum man Mundschutz oder Sturmhauben für ein Fußballspiel braucht”. Soll dann einmal eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aller Akteure durchgeführt werden, dann sagen die eingeladenen Ultras ab, weil sie nicht mit einem Polizeibeamten sprechen wollen.
Diese wenigen Beispiele zeigen, wie schwierig und gleichzeitig wie festgefahren die Kommunikation zwischen den bei Fußballspielen in deutschen Stadien beteiligten Akteuren ist. Als Akteure seien hier genannt: Fußballverein, seine Fans samt den so genannten Ultras, Sicherheitsbehörden wie Polizei und Ordnungsamt, Jugendhilfeeinrichtungen und Freie Träger.
Die beschriebenen Beispiele treffen auch auf Stuttgart mit einer Erstligamannschaft (VfB) und zwei Drittligamannschaften (VfB II und Stuttgarter Kickers) zu. Die Anziehungskraft und Vorbildfunktion von Fußballspielern samt den Vereinen sind hoch.
Auch Fangruppierungen und Fanclubs bis hin zu den Ultras üben eine Faszination auf junge Menschen aus. Sie vermitteln ein Gefühl, dass man zum Verein, zur Mannschaft gehört, dass man ganz nah am Idol ist und dabei auch in der Gruppe von deren Stärke profitiert. Natürlich ist für viele junge Menschen erstrebenswert, dazuzugehören und spannendes zu erleben.
Nicht alles und nicht alle Fangruppierungen entsprechen dem Wunsch der Fußballvereine und auch der Gesellschaft insgesamt, dass sie ihre Aktivitäten gewaltfrei und gesetzeskonform entfalten. Kinder und Jugendliche sind gefährdet in solchen Gemeinschaften Schaden zu nehmen und womöglich sich ihre Zukunft zu verderben.
Um bei diesen doch sehr speziellen Problemstellungen den jungen Menschen zu helfen, Spaß und Spannung auch ohne Gewalt und Einflussnahme durch gewalttätige falsche Freunde, zu erleben, sie also ein Stück weit in die Erwachsenenwelt zu begleiten, bedarf es fachkundiger Helfer und Institutionen.
Dazu hat der Deutsche Fußballbund, die Bundesländer und die Fußballvereine der 1., 2. und 3. Liga die Idee der Fanprojekte umgesetzt. Stuttgart hat noch keines. Neben dem Aufsteiger Ingolstadt ist Stuttgart die einzige Bundesligastadt ohne Fanprojekt.

Wir beantragen:

Das Fanprojekt Stuttgart wird gefördert

im Jahr 2016 mit:

62.000 EUR

im Jahr 2017 mit:

55.000 EUR

Anna Deparnay-Grunenberg Andreas G. Winter

Rückblick youtube facebook