Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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22.10.2015

Neue Wege in der Digitalisierung gehen: VLC-Schulraum für die Stadt Stuttgart

Haushalt 2016/17 Antrag Nr. 11.04

In der Sitzung des Schulbeirats am 12.05.2015 wurde von der Verwaltung der Planungsstand für die Digitalisierung der Stuttgarter Schulen vorgestellt. Dabei trat zutage, dass den vorhandenen gesundheitlichen Bedenken bezüglich des Einflusses der Strahlung von
W-LAN-Routern auf Schulkinder derzeit keine Rechnung getragen wird – obwohl etwa die Europäische Umweltagentur (EEA) bereits 2007 eindringlich vor den Gefahren hochfrequenter Strahlung gewarnt hat, wie sie beispielsweise durch W-LAN-Netzwerke oder Mobilfunk ausgesendet wird: „Die aktuelle Forschung und die Analyse der Langzeiteffekte der Strahlung von mobiler Telekommunikation zeigen, dass es umsichtig von den Gesundheitsbehörden wäre, Maßnahmen zu treffen, um vor allem empfindliche Gruppen wie Kinder der Strahlung weniger stark auszusetzen“ (Jacqueline McGlade, geschäftsführende Direktorin der Europäischen Umweltagentur). Die Krebsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2011 die nicht-ionisierende Strahlung als möglicherweise krebserregend eingestuft.
Mittlerweile steht mit VLC eine technische Alternative zur Verfügung, die diese Bedenken ausräumen könnte. Daten werden gesundheitlich unbedenklich auf optischer Basis übertragen, hierfür werden die LED-basierten Beleuchtungsquellen gleichzeitig als Datensender genutzt. Die Technologie wird vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin entwickelt. Derzeit läuft auf der Insel Mainau ein Modellprojekt, das vom Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg unterstützt wird.
Ein weiterer Vorteil liegt in der weit höheren Leistungsfähigkeit. VLC ermöglicht sehr hohe Datenraten (über 1 Gbit/s). Schulklassen könnten zukünftig über VLC Unterrichtsfilme ohne Probleme streamen – W-LAN Accesspoints wären damit hoffnungslos überfordert.
Und, auch für Schulen nicht unerheblich: VLC ist unter Datenschutzaspekten eine sehr sichere Technologie.
Das Landesmedienzentrum verfolgt die Entwicklung in diesem Bereich dementsprechend mit höchstem Interesse und hat seine Bereitschaft erklärt, über das Stadtmedienzentrum ein Pilotprojekt zu unterstützen und den pädagogischen Support zu übernehmen.
Da die Digitalisierung der Schulen unerlässlich ist, die wissenschaftlich immer stärker untermauerten gesundheitlichen Bedenken gegenüber W-LAN jedoch erst genommen werden müssen, halten wir es für geboten, VLC als Alternative in einem Schulversuch zu testen. In einem Projekt soll die Praxistauglichkeit im Umfeld Schule überprüft und die Technologie weiterentwickelt werden. Stuttgart könnte so zum Vorreiter einer strahlungsarmen und leistungsfähigen Digitalisierung der Schulen werden.

Wir beantragen:

Für die Erprobung und Weiterentwicklung der VLC-Technologie wird an einer Stuttgarter Schule das Projekt „VLC-Schulraum für die Stadt Stuttgart“ in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) und mit Unterstützung des Stadtmedienzentrums durchgeführt. Die Kosten für das Projekt belaufen sich insgesamt auf ca. 250.000 Euro und werden zu einem großen Teil vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) übernommen.

Von der Stadt werden bereitgestellt: 120.000 EUR

Anna Deparnay-Grunenberg Andreas G. Winter

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