Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Weide statt Wasen – Ponykarussells einstellen

Ponyreitbahnen sind noch immer fester Bestandteil auf vielen Weihnachts- oder Jahrmärkten – auch auf dem Cannstatter Wasen. Sowohl von Tierschutzorganisationen als auch Wasenbesuchern wird immer wieder Kritik am Event „Ponykarussell“ laut.
Zu Recht, wie uns scheint, denn die permanente Lärmbeschallung auf den Rummelplätzen und das ständige stupide Im-Kreis-Laufen kann zu Erkrankungen der Hufe und Gelenke führen und belastet die Tiere in hohem Maß. Oftmals sind die Ponys extrem kurz ausgebunden, sodass sie den Kopf nicht mehr frei bewegen können. Durch die Enge im Rondell können die Tiere keine Individualdistanz zu einander einhalten. Zudem haben die Trensen ein hartes Gebiss aus Metall, das zu Deformationen des Kiefers führen und Schmerzen verursachen kann.
Nach dem Tierschutzgesetz sind diese Leiden immer noch zulässig. Sie reichen für ein Verbot leider nicht aus, da die Tiere eben nur leiden und nicht sofort schwer erkranken. Trotzdem sind Ponyreitbahnen artwidrig und Kindern wird vorgegaukelt, dass die Pferde sich dabei wohlfühlen. Auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz kritisiert, „dass Kindern durch das stupide Im-Kreis-Laufen der Ponys ein Bild vom Pferd vermittelt wird, das aus der Sicht des ethischen Tierschutzes heute nicht mehr zeitgemäß ist.”
Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele Städte, darunter Düsseldorf und Duisburg, die auf diese Art der Volksbelustigung auf ihren Jahrmärkten freiwillig verzichten, weil sie einfach nicht mehr zeitgemäß ist. Ebenso wie die Tanzbären, die früher noch zur Schau gestellt wurden. Auch von diesem grausamen Spektakel haben wir uns verabschiedet.
In Stuttgart haben wir ein dichtes Netz von Jugendfarmen, auf denen Kinder ihre Freizeit mit Pferden verbringen können und dabei auch lernen, auf die Bedürfnisse der Tiere zu achten. Es bestehen also genügend Möglichkeiten, mit diesen Tieren in Kontakt zu kommen. Ponykarussells braucht heutzutage niemand mehr. Sie sind aus der Zeit gefallen, wie die Tanzbären.
Wir Grüne fordern daher die Stadt Stuttgart, die als Wasen-Veranstalterin einen bestimmten Gestaltungsspielraum hat und selbst festlegen kann, welche Art von Unternehmen auf dem Frühlings- und Volksfest zugelassen werden, sich ein Beispiel an Städten wie Düsseldorf und Duisburg zu nehmen, damit Ponykarussells auf dem Wasen bald der Vergangenheit angehören.

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