Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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15.09.2015

Kalte Betten-Burg an der Heilbronner Straße?

Baufeld 5 im Europaviertel
Antrag

Die Vergabe des bahneigenen Grundstücks „Baufeld 5“ an der Heilbronner Straße steht anscheinend kurz bevor. Diese Baufläche ist eine der wenigen noch unbebauten Flächen im Europaviertel und die letzte, auf der das Baurecht ein Hochhaus zulässt.
In der Presseberichterstattung wird – ausgehend von Einschätzungen von aus dem Bieterverfahren ausgeschiedenen oder ausgestiegenen Investoren – die Frage aufgeworfen, welche Art von Nutzung sich angesichts der Vorstellungen der Bahn über ihren Verkaufserlös überhaupt noch wirtschaftlich darstellen lässt. Das Phänomen der sogenannten „kalten Betten“ wird angeführt: Edle Luxusimmobilien, die als Geldanlage gehalten werden und so lange leer stehen, bis ihr Wert deutlich gestiegen ist und dann gewinnbringend weiterverkauft werden.
Gerade das Europaviertel steht in Stuttgart für eine investorengetriebene und durch Maximalerlöse fehlgeleitete Stadtentwicklung. Leerstände als Spekulationsobjekte wären hier völlig fehl am Platz. Gerade der Bahn würde es gut anstehen, nicht nur Kasse machen zu wollen, sondern auch auf eine stadtverträgliche Nutzung ihrer Liegenschaften Wert zu legen.
Besondere Aufmerksamkeit sollte der Vergabe auch wegen der weiteren Entwicklung auf Baufeld 4 zukommen. Hier wird angeblich über eine Kultureinrichtung oder eine Kongresshalle nachgedacht. In unserer derzeit noch unbeantworteten Anfrage „Neuer Tagungs- und Kongress-Standort: nicht isoliert von der Veranstaltungsstadt Stuttgart diskutieren“ stellen wir u. a. die Frage, welche Flächen für einen Neubau eines Kongresszentrums geprüft wurden und welche Bedingungen diese Flächen erfüllen müssten.

Wir beantragen:

Die Verwaltung stellt in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen dar:
1. Wie ist der Stand der Verkaufsgespräche zu Baufeld 5?
2. Welcher bauliche Umfang und welche Art der baulichen Nutzung sind auf Baufeld 5 möglich?
3. Kann seitens der Stadt Einfluss auf die Entwicklung von Baufeld 5 genommen werden?
4. Gibt es im Sinne des oben genannten Antrags Überlegungen zum benachbarten Baufeld 4?

Andreas G. Winter, Silvia Fischer

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