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04.08.2015

Carsharing-Konzept für Stuttgart

Ausbau des Carsharings konzeptionell vorantreiben und mit der Einführung des Parkraummanagements in den Innenstadtbezirken verknüpfen
Antrag

In der Stellungnahme zu unserem Antrag „Carsharing ausbauen“ (231/2014) hat die Verwaltung als Ziel definiert, mit der Einführung des Parkraummanagements in den Innenstadtbezirken auch das Carsharing signifikant auszubauen. In zentralen Lagen sollen neue Carsharing-Stellplätze Bausteine von intermodalen Mobilitätspunkten sein.
Sie folgt dabei einer Studie des Öko-Instituts zum Carsharing, die in Stuttgart ein großes Nutzerpotential erkennt. Als wesentlich für die Förderung des gemeinschaftlichen Nutzens von Fahrzeugen identifiziert die Studie vereinfachtere und günstigere Zugänge zu Stellplätzen im öffentlichen Raum, für die sich sogenannte Mobilstationen anbieten, die idealerweise gleich mit multimodalen Angeboten verknüpft werden.
Carsharing leistet einen Beitrag zur Umweltentlastung. Wer sich ein Fahrzeug mit anderen teilt, benötigt kein eigenes Fahrzeug und greift öfters auch auf den ÖPNV zurück. Die Ausweisung von Parkplätzen für Carsharing ist dementsprechend eine der Maßnahmen, die von Land Baden-Württemberg und Stadt Stuttgart in der konkretisierenden Stellungnahme vom 27.07.2015 zum Konzept Luftreinhaltung für die Landeshauptstadt Stuttgart an die Europäische Union aufgeführt sind.
In Freiburg wurde in diesem Monat die erste von zunächst 87 Carsharing-Stationen im öffentlichen Straßenraum eröffnet. Die Stadt wird mit einem Aktionsplan das Carsharing als weitere wichtige Säule der Freiburger Mobilitätslandschaft etablieren.
Über ein Bebauungsplanverfahren wird dort die Möglichkeit geschaffen, eine gewisse Zahl öffentlicher Parkplätze für Carsharing zur Verfügung zu stellen. Weil Carsharing zu einer Reduktion des privaten Pkw-Besitzes führt – im statistischen Durchschnitt ersetzt ein Carsharing-Fahrzeug mindestens 4 bis 8 private Pkws –, trägt es unmittelbar zu einer Entspannung der Parkraum-Situation bei.
Auch die Stadtverwaltung und die Unternehmen des Konzerns Stadt Stuttgart könnten dem Beispiel anderer Städte folgend selbst verstärkt Carsharing nutzen und dazu mit örtlichen Carsharing-Anbietern kooperieren.

Wir beantragen:

1. In einer der ersten Sitzungen des Umwelt- und Technikausschusses nach der Sommerpause wird der „Carsharing-Aktionsplan Freiburg“ vorgestellt.
2. Die Verwaltung erarbeitet ein Carsharing-Konzept für Stuttgart, das in einer ersten Stufe die Schaffung von Carsharing-Stellplätzen im öffentlichen Straßenraum – eingebettet in intermodale Mobilitätspunkte – mit der Einführung des Parkraum-Managements in den Innenstadtbezirken und Bad Cannstatt verknüpft. Das Konzept wird unter Beteiligung der örtlichen Carsharing-Anbieter und der Öffentlichkeit erarbeitet.
3. Die Verwaltung stellt dar, in welchen Bereichen die Landeshauptstadt Stuttgart zukünftig selbst verstärkt auf Carsharing-Angebote zurückgreifen könnte, um die Kosten für den städtischen Fuhrpark zu senken.
4. Die Verwaltung unterbreitet einen Vorschlag, wie die Stellplatzverpflichtung bei Neubauten durch Ablösezahlungen in Form einer Carsharing-Mitgliedschaft für Bewohner oder dem Betrieb einer Carsharing-Station umgestaltet werden könnte.

Jochen Stopper, Clarissa Seitz, Björn Peterhoff, Anna Deparnay-Grunenberg

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