Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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27.04.2015

Würdigung von Karl-Heinrich Ulrichs um seine Verdienste zur Akzeptanz von Lesben und Schwulen in Stuttgart und weltweit

Antrag

Bisher gibt es in Stuttgart keinen Ort, an dem Menschen, die sich für die Rechte von LSBTTIQ-Menschen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuell, Transgender, Intersexuell, Queer) eingesetzt haben öffentlich und sichtbar gewürdigt werden. Der Arbeitskreis LSBTTIQ und der Planungsstab des Stadtmuseums schlagen hierfür Karl-Heinrich Ulrichs (28. August 1825 bis 14. Juli 1895) als bekannten Vorkämpfer für die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen vor. Ulrichs lebte acht Jahre in Stuttgart, in der Lindenstraße (heute Kienestraße) und in der Silberburgstraße 102.
Ulrichs war Jurist, Amtsauditor (Referendar) in Achim bei Bremen, als Amtsassessor in Syke und Bremervörde sowie als Hilfsrichter beim Obergericht Hildesheim tätig. Er bekannte sich öffentlich und selbstbewusst zu seiner Veranlagung und war der erste bekannte Vorkämpfer für die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen. Er wurde wegen seiner Homosexualität denunziert und 1859 erließ das Oberappellationsgericht Celle ein Berufsverbot. Ulrichs wird als der „erste Schwule der Weltgeschichte“ bezeichnet.
Wir halten Karl-Heinrich Ulrichs für würdig – und für Stuttgart ist es an der Zeit, ein nachhaltiges Zeichen für seine Weltoffenheit und Akzeptanz von Vielfalt zu setzen. Zudem würde diese Ehrung stellvertretend ein Zeichen der Rehabilitierung von LSBTTIQ-Menschen, die nach § 175 bestraft wurden, darstellen. Berlin, München und zahlreiche kleinere Städte haben bereits Straßen nach Ulrichs benannt.

Wir beantragen:

1. Der von Lehen- und Filderstraße umgebene Dreiecksplatz im Stuttgarter Süden wird in Karl-Heinrich Ulrichs-Platz umbenannt.

2. Wir haben die Bitte, dass die Verwaltung die Namensgebung – verbunden mit einer kleinen Einweihungsfeier – noch für dieses Jahr vorbereitet, da sich am 14. Juli 2015 der Todestag von Ulrichs zum 120-sten Mal jährt.

Andreas G. Winter, Benjamin Lauber, Peter Pätzold

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