Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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14.07.2015

Contain't Kulturinsel und Zollamt so lange wie möglich erhalten

Antrag

Auf dem lange Jahre brachliegenden Gelände des ehemaligen Güterbahnhofareals ist inzwischen eine Oase der Naherholung und ein kulturelles Kleinod entstanden. Contain’t hat sich dort angesiedelt und bietet Freiraum für kulturelle Veranstaltungen und Atelierflächen. Die Kulturinsel hat mit ihrem Urban Gardening Projekt Inselgrün eine kleine grüne Oase mitten in der Stadt ermöglicht. Am Wochenende lockt sie mit Clubbetrieb und Café Menschen aus der ganzen Stadt nach Bad Cannstatt. Alles in allem ist diese Mischung der verschiedenen kulturellen Nutzungen eine wahre Bereicherung für die Stadt und belebt den Neckarpark bereits. Die Nutzungen sind in Gefahr. Der Vertrag für Contain’t endet am 31.12.2015, der für die Kulturinsel am 31.12.2016. Eine Bebauung an dieser Stelle wird allerdings frühestens 2019 begonnen und bis 2021 fertig gestellt werden.
Dieser zeitliche Vorlauf wird mit der artenschutzrechtlich notwendigen Umsiedlung („Vergrämung“) der Eidechsen von dem Gelände des Neckarparks hin zu ihrem endgültigen Siedlungsort am Bahndamm begründet. Für diese Vergrämungsplanung wird ab 2016 das Gelände von Contain’t benötigt, obwohl östlich und südlich des Geländes noch freie Flächen verfügbar sind, die artenschutzrechtlich bei noch zu prüfender ausreichender Größe akzeptabel erscheinen, zumal die Entfernung zu den heutigen Interimshabitaten nicht sonderlich groß wäre.
Da Contain’t nach langen Verhandlungen mit der Stadt erst vor einem Jahr mit Veranstaltungen starten konnte und erst in diesem Sommer mit der Ateliernutzung beginnen kann, fordern wir unter Be-rücksichtigung artenschutzrechtlicher Belange eine längere Nutzungszeit für Contain’t. Für das Ambi-ente der Kulturinsel ist wichtig, dass die auf dem Areal der Kulturinsel befindliche Halle erhalten bleibt.

Wir beantragen daher,

folgende Punkte zu prüfen und den Umsetzungsstand nach der Sommerpause im Ausschuss für Umwelt und Technik vorzustellen:

1. Für die Eidechsen-Vergrämungsplanung werden Alternativflächen östlich und südlich des heuti-gen Planungsgebiets überprüft und mit dem Regierungspräsidium abgestimmt.
2. Die Auswirkung der Nutzung von Alternativflächen für die Vergrämung und einer längeren Nut-zungsdauer bis kurz vor dem Baubeginn 2019 auf Bau und Logistik werden dargestellt.
3. Bei einem positiven Befund über die alternativen Vergrämungsflächen wird die Baugenehmigung für die Nutzung von Contain’t über 2015 hinaus verlängert.
4. Die an das Zollamt angebaute Halle, welche zurzeit vom Olympiastützpunkt und von der Skaterhalle genutzt wird, bleibt längstmöglich stehen oder es wird nur der vordere Teil bis zum Beginn der Kulturinsel abgebrochen, um deren Innenhofflair zu erhalten.

Björn Peterhoff, Andrea Münch, Andreas G. Winter

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