Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Ein Ort gegen Intoleranz und Ausgrenzung

Der Gemeinderat hat nun einstimmig die jährlichen Zuschüsse für den Betrieb des Hotels Silber beschlossen und dem Kooperationsvertrag zwischen der Stadt und dem Land sowie den Eckpunkten einer Kooperation mit der Initiative aus der Bürgerschaft zugestimmt. Damit ist – nach dem Erhalt des Gebäudes in der Dorotheenstraße – ein weiteres entscheidendes Etappenziel für einen Geschichtsort Hotel Silber erreicht.
Es ist das besondere Verdienst des Vereins Hotel Silber, gemeinsam mit der Politik erreicht zu haben, dass eine Initiative aus der Bürgerschaft jetzt in die Zusammenarbeit der drei Partner Verein, Stadt Stuttgart und Land Baden-Württemberg mündet. Die grüne Fraktion hat diesen Prozess von Anfang an begleitet. Unser Dank gilt der Initiative und all den Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen, die über all die Jahre an diesem Ziel gearbeitet haben. Die Politik hat mit diesem Beschluss im Umgang mit einer bürgerschaftlichen Initiative Neuland betreten.
Das Hotel Silber ist für Stuttgart und das Land Baden-Württemberg in mehrfacher Hinsicht ein bedeutender Ort: Mit der vor 1933 in dem Gebäude untergebrachten Polizeidienststelle verkörpert es den Übergang zwischen Weimarer Republik und NS-Zeit, durch die in den Jahren des Nationalsozialismus hier untergebrachten Gestapozentrale die Schrecken des Nazi-Terrors. Und es mahnt durch die nach 1945 im Gebäude untergebrachte Polizeidienststelle daran, dass die nach dem durch die Nazis verschärften § 175 Verfolgten auch in der Geschichte der Bundesrepublik bis 1969 weiter verfolgt und drangsaliert wurden. Auch in diesem Gebäude.
So drängt sich auf, das Hotel Silber zu einem Ort nicht nur des Gedenkens zu entwickeln, sondern zu einem Lernort, aus dem für das Heute gelernt werden kann. Es birgt das Potential für ein lebendiges Zentrum gegen Intoleranz und Ausgrenzung. Die vielen Akteure, die hinter der Initiative Hotel Silber stehen, sind in ihren weitreichenden Ansätzen ein Garant für das Gelingen. Das Haus der Geschichte als Träger wird diese Impulse schätzen und aufnehmen.
Wir freuen uns, dass dieser Beschluss am letzten Donnerstag einstimmig gefasst wurde und werden die Arbeit in den zuständigen Gremien auch über den Umbau und die Eröffnung hinaus begleiten.

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