Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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15.06.2015

Geh-Kultur in der Stadt

Bewerbung als Modellkommune für den Fußverkehrs-Check des Landes
Antrag

Der Kopenhagener Architekt Jan Gehl, der bereits an vielen Orten weltweit, z. B. bei der Umgestaltung des New Yorker Broadways, gezeigt hat, wie sich belebte attraktive öffentliche Räume gestalten lassen, hält das Zu-Fuß-Gehen weniger für eine Fortbewegungsweise, mehr aber für eine städtische Lebensform. Attraktive Stadträume und bessere Bedingungen für Fußgänger verleiten mehr Menschen dazu, sich öfter und länger im Öffentlichen Raum aufzuhalten. Begegnungen und Freizeitaktivitäten nehmen erkennbar zu, die Stadt wird lebendiger und kommunikativer.
Die Schweizer Forscher Sauter und Hüttenmoser werfen sogar die Frage auf, ob Straßenraumgestaltung nicht als eine wesentliche Maßnahme anzusehen ist, das Sozialsystem zu erhalten, weil sozialer Zusammenhalt und Teilhabe auf Quartiersebene gestärkt werden.
Die emissionsfreie Fortbewegungsart Zu-Fuß-Gehen kann wie das Radfahren auch einen äußerst wirksamen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz – weniger Feinstaub, weniger Lärm, weniger Hitze – und damit für attraktive Städte leisten. Und, vielleicht der wichtigste Punkt: Zu-Fuß-Gehen hält gesund und fit, Bewegung ist wirksames Gegenmittel gegen etliche Zivilisationskrankheiten.
Das Land Baden-Württemberg lädt jetzt zehn Modellkommunen zu sogenannten Fußverkehrs-Checks ein. Bei diesen bewerten Bürgerschaft, Verwaltung und Politik die Situation des Fußverkehrs vor Ort, in Workshops werden Stärken und Schwächen erfasst und Vorschläge erarbeitet, wie Wege zu Fuß noch attraktiver und sicherer gemacht werden können. Die Maßnahmen werden vom Land finanziert, von den Kommunen ist inhaltliche und organisatorische Zuarbeit gefordert. Bewerbungsschluss ist der 10. Juli 2015.
Ein Fußverkehrs-Check wäre eine große Chance für Stuttgart, in dessen Innenstadt kurze Wege vorherrschen und mit den vorhandenen Stäffele bereits eine historische Basis für den Fußverkehr besteht. Eine systematische Erfassung würde Stuttgart helfen, die Potentiale des Fußverkehrs aufzuzeigen und zu nutzen, und so den Modal Split-Anteil dieser ökologischen und gesunden Fortbewegungsform zu erhöhen.

Wir beantragen:

Die Stadt Stuttgart bewirbt sich, wie bereits vom Bezirksbeirat Stuttgart-West gefordert, zur Modellkommune für die Fußverkehrs-Checks. Die Umsetzung könnte dann anhand der Gesamtstadt oder auf Ebene eines Modellbezirks stattfinden.

Björn Peterhoff, Peter Pätzold

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