Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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09.06.2015

Versorgung der „Lücke-Kinder“ sichern

Gemeinsamer Antrag der Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD

Der Begriff „Lücke-Kinder“ bezeichnet einen nicht eindeutig abzugrenzenden Teil der Altersgruppe der 10- bis 13-jährigen Kinder. Die Bezeichnung ist aus dem Umstand entstanden, dass die Kinder dieser Altersgruppe nicht mehr in die Grundschule gehen und somit in der Regel auch keine zeitlich anschließenden Betreuungsangebote besuchen. Je nach persönlicher Reife und familiärer Situation ist es im Alltag schwierig, dass Kinder dieser Altersgruppe nachmittags auf sich allein gestellt sind. Bislang wurden sie in einem geringen Umfang in den Schülerhorten und – nach verbindlicher Absprache zwischen Eltern und Einrichtung – in offenen Einrichtungen für Kinder (Jugendfarmen, Aktivspielplätze, Kindertreffs, Kinderhäuser) betreut. Parallel zum Ausbau der Ganztagesgrundschulen werden die Schülerhorte nun sukzessive zu Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder und 3- bis 6-Jährige umgebaut. Dieser Prozess ist richtig und bedarfsgerecht. Allerdings wird die Situation für die „Lückekinder“ und deren Eltern problematisch, da eine Versorgung dieser Kinder in Horten nun nicht mehr gewährleistet werden kann.
Grundsätzlich sehen wir die Lösung im weiteren Ausbau der Ganztagesschulangebote. Bis dieser Entwicklungsprozess in allen Stadtteilen ausreichend Schulplätze bietet, sind jedoch auch alternative Übergangslösungen notwendig und eine kinderfreundliche Stadt wie Stuttgart kann sich diese aktuell vorhandene Versorgungslücke nicht leisten.
Eltern sind auf Lösungen angewiesen, die Ihren Kindern auch jetzt schon Betreuungsbausteine bieten, die berufstätige Eltern brauchen. Stuttgart verfügt hier über eine sehr gute Ausgangsposition, da eine Vielzahl und Vielfalt von Angeboten bereits vorhanden ist, die ggf. für die Versorgung der „Lückekinder“ eingerichtet werden könnten.

Wir fordern:

1. Die Verwaltung prüft je Stadtbezirk den Bedarf für ein Betreuungsangebot für Kinder von weiterführenden Schulen bis ca. 13 Jahren für die Zeit nach dem Schulschluss.
2. Die Verwaltung erstellt mit den Trägern der Schulkindbetreuung und offenen Einrichtungen für Kinder (Jugendfarmen, Aktivspielplätze, Kindertreffs, Kinderhäuser) ein Konzept für ein entsprechendes Angebot. Dieses beinhaltet auch Angaben zu möglichen Personal- und Betriebskosten.
3. Die Verwaltung benennt mögliche Standorte für ein Angebot. Die Standorte müssen in den Stadtbezirken mit entsprechendem Bedarf liegen. Aktuelle oder ehemalige Schülerhorte, die nicht für die Versorgung der Kleinkindbetreuung benötigt werden, sind hier einzubeziehen

Vittorio Lazaridis, Anna Deparnay-Grunenberg (Grüne), Judith Vowinkel, Martin Körner (SPD)

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