Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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22.01.2015

Plastiktüte Ade?!

Möglichkeiten eines freiwilligen Verzichts auf Plastiktüten in Stuttgart prüfen

Die Plastiktüte hat in den vergangenen Jahren besondere Aufmerksamkeit erfahren. Häufig wird sie als Symbol einer Wegwerfmentalität betrachtet. Doch der Wegwerfartikel überdauert seinen Träger um Jahrhunderte: Rund 500 Jahre dauert ihr Verfall mit fatalen Folgen für die Umwelt. Neben wachsenden Müllbergen finden nach Angaben des BUND weltweit rund 7,5 Millionen Tonnen Plastik den Weg in die Meere und so auch auf unsere Teller. Denn oftmals verschlucken Fische bei ihrer Nahrungssuche kleinste Plastikteilchen, die sich im Wasser befinden. Neben den Folgen für die Umwelt ist der immense Verbrauch von Kunststoff auch eine beispiellose Ressourcenverschwendung.
Auch das Europäische Parlament hat sich kürzlich diesem Problem gewidmet und will nun den Plastiktütenverbrauch senken. Ende November 2014 stimmte der EU-Umweltausschuss für eine neue Richtline zum Tütenverbrauch. Mitgliedstaaten haben nun zwei Optionen: Ent-weder sie reduzieren die Anzahl der verbrauchten Plastiktüten auf durchschnittlich 90 pro Bürger bis 2019 und auf 40 bis 2025 oder sie stellen sicher, dass ab 2018 keine kostenlosen Plastiktüten mehr zur Verfügung gestellt werden.
In Deutschland fallen laut dem Umweltbundesamt im Durchschnitt 71 Plastiktüten pro Ein-wohner und Jahr an. Damit liegen wir im Moment unter dem Richtwert der EU, der bis 2019 gilt, sind jedoch weit entfernt von den 2025 geforderten 40 Tüten.
Die Sorge um die Auswirkungen von Plastiktüten auf unsere Umwelt inspirierte Gemeinderä-tinnen aus Kiel, einen Antrag zu stellen, indem sie fordern, dass die Stadt Kiel zum plastiktütenfreien Vorbild werden soll. Mit Hilfe eines Runden Tisches an dem sich Einzel-handelsverbände, Wochenmarktbetreiber und weitere Akteure zusammenfinden, sollen Möglichkeiten eines freiwilligen Verzichts auf Plastiktüten und Plastikverpackung erörtert werden. Der Antrag wurde im November 2014 einstimmig vom Kieler Stadtrat beschlossen. Wir Grünen im Stuttgarter Rathaus finden dieses Beispiel nachahmenswert,

deshalb beantragen wir:

Die Verwaltung beruft einen – nach Kieler Vorbild – Runden Tisch zusammen, an dem mit den in Stuttgart wichtigen Akteuren wie der City-Initiative Stuttgart, den Stuttgarter Märkten, etc. die Möglichkeiten, eines freiwilligen Verzichts auf Plastiktüten und weitgehenden Ver-zicht auf Plastikverpackung erörtert wird. Hierbei sind die Ratsfraktionen einzubeziehen. Über die Ergebnisse ist im Umwelt- und im Wirtschaftsausschuss zu berichten.

Anna Deparnay-Grunenberg, Clarissa Seitz

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