Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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15.12.2014

Waldpädagogik konkreter!

Anfrage und Antrag der Gemeinderatsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU

Nach wie vor sind wir überzeugt, dass der Lernort Wald für die Vermittlung von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zusammenhängen pädagogisch hervorragend geeignet ist. Bewegung, Koordination, Geschicklichkeit und Kompetenzen im Miteinander werden durch das Spielen und Lernen im Erfahrungsraum Wald bestens gefördert. Auch das Zupacken bei leichten forstlichen Tätigkeiten, (wie z.B. Pflanzungen) und das Bewusstsein, dass „Arbeiten mit der Natur“ Techniken, Wissen und Ausdauer brauchen, können durch eine sinnvolle Beschäftigung im Wald gelernt werden.
Die Stadt Stuttgart bietet durch die patchworkartige Verflechtung von Wald und Wohnsiedlungen das ideale Terrain für die Weiterentwicklung von Umweltbildung im Wald.
Und die derzeitigen Veränderungen der Schullandschaft bieten unzählige Möglichkeiten, Kinder mehr von dem Wissen und den Gestaltungskompetenzen im Bereich Waldpädagogik profitieren zu lassen.
Wir sind bei weitem nicht die Einzigen, die diesen Reichtum erkannt haben. Viele Anfragen von Kindergärten, Schulen, Kinder- und Schülerhäusern zeigen, dass Waldpädagogik und Umweltbildung gewollt und vor allem ausbaufähig ist. Die Bereitschaft des Forstamtes, diese Projekte mitzuentwickeln und zu unterstützen, scheint begrenzt. Es ist mehr als bedauerlich zu erfahren, dass wegen mangelnder Unterstützung durch die Verwaltung konkrete Waldkindergartenprojekte nicht realisiert werden konnten.
Auf unseren Antrag „Waldpädagogik konkret!“ vom Juli 2013 (308/2013) erfolgte bisher keine Antwort.

Wir fragen also erneut und nachdrücklich:

1. Welche konkreten Schritte hat die Verwaltung bereits eingeleitet, um Waldpädagogik in Stuttgart stärker zu implementieren?
2. Welches Konzept wird dabei verfolgt?
3. Wer ist innerhalb der Verwaltung federführend?
4. Welche Kooperationen sind vorstellbar (mit städtischen Ämtern sowie anderen lokalen Institutionen), um schnell Lernorte im Wald schaffen zu können?
5. Welches Potenzial an Betreuungsplätzen in Waldkindergärten sieht die Verwaltung und welche Schritte sind zur Umsetzung notwendig?

Und wir beantragen:

6. Die Verwaltung berichtet im Ausschuss für Umwelt und Technik und stellt dabei unter anderem dar,

a) woran es liegt, dass das Thema weder berichtet noch vorangetrieben wird;
b) über welche Ressourcen das Forstamt verfügt, um notwendige Fragen bezüglich der Verkehrssicherung, der Bauwagengenehmigung (z.B. für Waldkindergärten), der Suche nach geeigneten Waldflächen für die Weiterentwicklung von Waldpädagogik zu klären;
c) welche Möglichkeiten im Stadtgebiet es gibt, Waldflächen zur nachhaltigen Waldkultur auszuweisen, im Sinne auch von praktischer Erlebbarkeit des Waldes (z.B. Pflanzaktionen durch Kinder);
d) ob und ggf. über welche Ressourcen das Forstamt verfügt, um mit dem Jugendamt und dem Schulverwaltungsamt gemeinsame Konzepte zu erarbeiten; und
e) wie viel es die Stadt kostet, ein Betreuungsplatz in einem Waldkindergarten zur Verfügung zu stellen – im Vergleich zu einem klassischen Kindergartenplatz?

Anna Deparnay-Grunenberg, Clarissa Seitz, Peter Pätzold (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN); Beate Bulle Schmid, Fritz Currle, Iris Ripsam (CDU-Fraktion)

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