Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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18.11.2014

Filderbahnplatz sinnvoll weiterentwickeln

Platzgestaltung, Gemeinbedarfe und intermodalen Verkehrsknoten in Einklang bringen
Antrag

Der Filderbahnplatz ist mit dem alten Bahnhof und dem Bürgerhaus ein attraktiver und zentraler Ort in Möhringen. Zugleich ist er mit zahlreichen ÖPNV-Verbindungen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, zu dem auch die vom Sozialunternehmen Neue Arbeit gGmbH betriebene und gut angenommene Fahrrad-Service-Station beiträgt.
Von der SSB wurden nun die Flächen rechts und links der Schienen verkauft. Seit die für diese Flächen maßgebenden Bebauungspläne erlassen wurden, hat sich das Erscheinungsbild des Möhringer Bahnhofs stark verändert. Auf den beiden größeren Flächen nördlich der Schienen soll nach Wunsch der Investoren Wohnbebauung realisiert werden. Für die südlichen Flurstücke 11 und 8 existiert dagegen bisher noch keine konkrete Planung von Seiten der Bauherren, die Presseberichten zufolge sogar bereit wären, diese Grundstücke wieder zurück zu veräußern.
Das Grundstück am Ende der Filderbahnstraße, Flurstück 8, ist bisher mit der Fahrradservicestation und -stellplätzen belegt. Beide werden von den Bürgerinnen und Bürgern intensiv genutzt und bilden wichtige Bestandteile für einen intermodalen Verkehrsknoten Möhringen. Weiterbetrieb und möglicher Ausbau der Fahrradservicestation ist ein wichtiges und berechtigtes Anliegen der Möhringer.
Flurstück 11 befindet sich zwischen dem Bahnhof und dem 2008 eröffneten Bürgerhaus. Der geltende Bebauungsplan ist der heutigen Situation nicht mehr angemessen. Für eine Bebauung eignet sich das Grundstück nur sehr eingeschränkt, grenzt es doch direkt an die Schienen der SSB. Erschwerend wirken zudem die Gründungsproblematik aufgrund der angrenzenden Stadtbahneinrichtungen und ein unattraktiver Grundriss. Zudem würde eine Bebauung in der zulässigen Höhe den Bahnhof abriegeln, die bisher guten Sicht- und Wegebeziehungen zum Bürgerhaus unterbrechen sowie den durch den Platz entstandenen attraktiven Freiraum zwischen Bürgerhaus und Gleisanlagen stark einschränken. Auch die schnelle, barrierrefreie und leicht zu erreichende Bushaltestelle direkt am Bahnhof würde durch eine Bebauung dieses Flurstücks wegfallen.
Im Stadtbezirk gibt es Gemeinbedarfe, die am Filderbahnplatz gut aufgehoben wären. Sowohl Jugendamt als auch Bezirksbeirat haben die Notwendigkeit einer Kita geäußert, das Kulturamt ist schon seit längerem auf der Suche nach geeigneten Räumen für die Musikschulaußenstelle Möhringen, die Stadtteilbibliothek benötigt mehr Raum. Zudem sieht die Sozialverwaltung Bedarf an barrierefreiem Wohnraum mit stationärer Betreuung.

Wir beantragen daher:

1. Die Verwaltung nimmt mit den Eigentümern Verhandlungen über den Planungsstand der Flurstücke 8 und 11 auf, mit dem Ziel, ein abgestimmtes Konzept zu entwickeln, das die dringend benötigten Gemeinbedarfsflächen, aber auch nötige Freiflächen einschließt und die geänderte bauliche Situation am Filderbahnplatz berücksichtigt.
2. Die Verwaltung eruiert Möglichkeiten des Baus und der Vermietung geeigneter Räume für die oben genannten Gemeinbedarfe zu zweckentsprechenden Konditionen.
3. Die Verwaltung stellt alternativ dar, wie es um die Möglichkeit eines Erwerbs der Flurstücke 8 und 11 steht und welche Kosten entstünden, wenn die Stadt diese Flurstücke kaufen und in Eigenregie bebauen würde.
Dabei wird auch Stellung genommen zu dem Vorschlag, die oben genannten Flächen für Gemeinbedarf in einem Baukörper auf der Fläche des Flurstücks 8 zu vereinen und das Flurstück 11 unbebaut zu belassen.
Besonderes Augenmerk soll darauf gelegt werden, den Bahnhofsbereich als attraktives Aushängeschild für den Stadtbezirk und als intermodalen Verkehrsknoten zu gestalten, der eine Fahrradservicestation, Fahrradparkplätze, E-Bike- und Pedelecstation usw. umfasst.
4. Die Verwaltung informiert darüber, wo bei einer möglichen zukünftigen Bebauung von Flurstück 11 dann die Busse der SSB halten sollen und ob bzw. wie dann ein problemloser Umstieg zwischen Bahn und Bus machbar wäre.

Petra Rühle, Anna Deparnay-Grunenberg

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