Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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07.10.2014

Psychosoziale und psychologische Versorgung traumatisierter Flüchtlinge (+ Antwort)

Antrag

Weltweit gibt es zur Zeit eine ungeheure Zahl von Kriegsflüchtlingen. Einige von ihnen kommen über teils lebensgefährliche Wege zu uns. Dieser Zustrom von Flüchtlingen bringt immer mehr Menschen mit traumatischen Kriegserfahrungen in unsere Stadt und in die ihnen zugewiesenen Unterkünfte. Sie brauchen dringend eine gute fachliche Unterstützung, um mit dem Erlebten fertig zu werden.
Der Andrang nach psychologischer Beratung zeigt dies. Zwischenzeitlich sollen die Wartelisten nach psychosozialer oder psychologischer Unterstützung bzw. Therapie der Hilfesuchenden in den Fachberatungsstellen bis zu einem Jahr dauern.
Dies erscheint uns für Menschen, die aus Kriegsgebieten kommen, in einer fremden Umgebung und mit vielen anderen – teilweise auf engem Raum – leben, außerordentlich lange. Diese Situation ist für die Betroffenen und auch für die Familienmitglieder, MitbewohnerInnen und die zuständigen SozialarbeiterInnen sehr schwierig.
Da ein Ende der Kriege in naher Zukunft nicht zu erwarten ist, kann davon ausgegangen werden, dass immer mehr Kriegstraumatisierte eine Behandlung benötigen.

Deshalb beantragen wir:

Die Verwaltung informiert in der nächsten Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses darüber,

1. wie hoch der Bedarf an psychosozialer und psychologischer Beratung in den einzelnen Unterkünften ist;
2. welche Wartezeiten bestehen;
3. wie viele FachberaterInnen-Stellen in der Stadt vorhanden sind;
4. ob sich die Stellenanzahl seit dem verstärkten Zuzug der Flüchtlinge verändert hat;
5. in welchen Sprachen Therapien angeboten werden können;
6. und, sollte sich eine Mangelversorgung – etwa im Bereich Traumen – abzeichnen, wie diese behoben werden könnte.

Gabriele Nuber-Schöllhammer, Jochen Stopper, Anna Deparnay-Grunenberg

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