Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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23.09.2014

Grüne sehen zu viele Probleme eines Wiederaufbaus der Sport-Insel am alten Standort

Grünzug achten, kein Sonderrecht schaffen, schnellere Lösung suchen
Pressemitteilung

„Der Brand der Sport-Insel war ein herber Schicksalsschlag für die Betreiber-Familie und natürlich wollen auch wir Grünen der Familie Unterstützung zukommen lassen und dem erfolgreichen Squash-Verein bald eine neue Heimat ermöglichen“. Anna Deparnay-Grunenberg, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stuttgarter Gemeinderat, rät aber eindringlich dazu, einen erneuten engagierten Suchlauf für einen Alternativstandort zu starten. Angesichts des komplexen und aufwendigen Planungsverfahrens kämen Sporttreibende wohl schneller auf ihre Kosten.
Die Grünen weisen darauf hin, dass die Schaffung eines Grünzugs sehr bewusst beschlossen wurde. Diese oft parkähnlichen Gebiete bilden Biotope, dienen der Wasserneubildung und sind als Flächen für die Kaltluftbildung unersetzlich. Das Leitbild eines durchgehenden Grünzugs „Schwarzbachtal“ dient der nachhaltigen Entwicklung des Stadtgebiets zum Wohl der Allgemeinheit. Diese für die Frischluftversorgung der Stadt wichtigen Gebiete dürfen nicht mit einer kompletten Zufahrtsstraße und Parkplätzen ruiniert werden.
Problematisch wird auch eine eventuelle wirtschaftliche Bevorzugung gesehen. So nobel es wäre, die Stadt kann nicht bei jedem Schicksalsschlag in die Bresche springen. In dem Fall der Sportinsel kommt hinzu, dass der seit geraumer Zeit schwelende Konflikt zwischen privaten Fitnessstudios und Vereinen, die Fitnessgeräte anbieten, tangiert wird.
Zudem soll eine Nutzung genehmigt werden, für die bisher keine Genehmigung bestand: Die Stadt hat in den zurückliegenden Jahren die nicht in diesem Ausmaß bewilligte Entwicklung der Sportinsel toleriert: Erst wurde im Grünzug die Squash-Halle erbaut (die als sportliche Nutzung im Grünzug erlaubt war), dann wurde im Lauf der Jahre ein Fitness-Studio etabliert (nicht bewilligt). Die ganze Zeit verlangte die Stadt für diese gewerbliche Nutzung eine viel zu geringere Pacht.
Die größten Probleme dürften jedoch in dem enormen Planungsaufwand liegen, der erforderlich würde, um Baurecht zu schaffen. Neben der Änderung des Bebauungsplans müsste voraussichtlich auch der Flächennutzungsplan in einem aufwendigen Verfahren geändert werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Verwaltung drei Jahre mit dem Verfahren beschäftigt wäre.
Anna Deparnay-Grunenberg: „Wir meinen, in diesen drei Jahren – und auch schneller – lässt sich ein Alternativstandort finden. Die Stadtverwaltung soll unserer Auffassung nach besser engagierte Unterstützung bei der Suche nach einem alternativen Standort für Squash-Verein und Fitness-Center leisten, als den Fremdkörper im Grünzug und eine langfristige Entwicklung zum Schaden der Stadt dauerhaft zu zementieren.“

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