Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
Download
21.07.2014

Langfristige Nutzungsperspektiven eines Regionalhalts in Vaihingen offen halten

Geänderte Planungen der Bahn erfordern gemeinsame Initiative von Stadt, Region und Land
Antrag

Nachdem die Bahn ihre Bauablaufsplanung für Stuttgart 21 so verändern will, dass offensichtlich doch keine mehrmonatige Sperrung der Gäubahntrasse von Vaihingen zum Hauptbahnhof erforderlich sein wird, bedarf es neuer politischer Initiativen für eine langfristige Nutzungsperspektive eines Regionalhalts in Vaihingen.
Grundsätzlich ist die geplante Bauablaufsvariante ohne größere Beeinträchtigung der Gäubahn aus Fahrgastperspektive zu begrüßen. Allerdings entfällt damit die Notwendigkeit, in Vaihingen einen provisorischen Regional- und Fernbahnhalt zu errichten. Die sinnvolle Idee eines Regionalhalts in Vaihingen vor und nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 muss deshalb aber nicht verworfen werden. Und schon gar nicht dürfen bei den Planungen zur Rohrer Kurve und zur Anbindung der über Vaihingen in die Innenstadt führenden Gäubahntrasse Fakten geschaffen werden, die einen Regionalhalt in Vaihingen und eine sinnvolle Nutzung der Panoramatrasse ausschließen. Die entsprechenden Planungen der Bahn, den Berghautunnel unter der A8 baulich lediglich im S-Bahn-Profil, also nicht mehr für Nah- und Fernverkehrszüge herzustellen, widersprechen nicht nur den Vereinbarungen der Projektpartner nach dem Filder-Dialog, sondern auch dem sog. Schlichter-Spruch von Heiner Geißler. Alle Planungen auf den Fildern müssen eine leistungsfähige Anbindung der Gäubahn über Vaihingen und die Panoramatrasse an den Tiefbahnhof gewährleisten, auch für den Regional- und Fernverkehr.
Wir teilen die Auffassung des Verkehrsministeriums, dass ein Regionalhalt in Vaihingen vor und nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 ein wichtiger Baustein zur Verbesserung des regionalen Schienenverkehrs in der Kernregion des Landes sein kann, das haben auch die Ergebnisse der jüngsten Potenzialuntersuchung zum Regionalhalt bestätigt.
Wir sehen eine besondere Bedeutung für den regionalen Nahverkehr, besonders zur Entlastung der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen. Ein Regionalhalt Vaihingen könnte die erheblich unter Überlastungs- und Verspätungsstress stehende S-Bahnlinie S 1 entlasten. Für eine langfristige Nutzungskonzeption wäre beispielsweise eine Verlängerung der Schönbuchbahn oder der Einsatz von Verdichterzügen zu prüfen.

Wir beantragen daher:

1. Vertreter der Bahn werden eingeladen, nach Abschluss der trassierungstechnischen Prüfung (voraussichtlich im September 2014) im Umwelt- und Technikausschuss über die neuen Bauablaufsplanungen und die Planungen zum Berghautunnel bzw. zur zukünftigen Anbindung Vaihingens und der Panoramatrasse an die Gäubahn zu berichten.
2. Die Bahn wird aufgefordert, dabei darzulegen, wie sie die Auflagen des Schlichterspruchs erfüllen sowie erforderliche Notfallkonzepte bspw. bei einer Sperrung des Filder-aufstiegstunnels oder der S-Bahn-Tunnel umsetzen will.
3. Vertreter des Verkehrsministerium werden eingeladen, in einer der ersten Sitzungen des Umwelt- und Technikausschusses nach der Sommerpause mögliche Nutzungskonzepte eines Regionalhalts in Vaihingen vorzustellen, die zu einer sinnvollen Erweiterung des verkehrlichen Angebots führen können – sowohl nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 als auch davor.
4. Die Stadtverwaltung führt Gespräche mit Bahn, Land und Region über Umsetzungsmöglichkeiten, eine Kosten-Nutzen-Analyse und den Finanzierungsbedarf eines Regionalhalts in Stuttgart-Vaihingen.

Jochen Stopper, Clarissa Seitz, Anna Deparnay-Grunenberg, Peter Pätzold

Rückblick youtube facebook