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25.06.2014

Versorgung für psychisch kranke Menschen weiterentwickeln (+ Antwort)

Antrag

Im gesamten Bundesgebiet gibt es Diskussionen, wie die klinische Versorgung in Bezug auf die ambulante Versorgung psychisch kranker Menschen verändert und verbessert werden kann. Zu den Themen „Home Treatment“, „intensive integrierte Versorgung“ und Modellvorhaben nach § 64 b SGB V gibt es bereits Erfahrungen und konkrete Planungen.
Modellvorhaben nach § 64 b beinhalten vorrangig die Umsetzung eines regionalen Budgets des Krankenhauses, indem flexibel sektorübergreifend gearbeitet werden kann: ambulant, teilstationär und ambulant in enger Vernetzung und Verflechtung mit den meist über SGB XII finanzierte Sozialpsychiatrische Hilfen (z.B. in Gesthacht oder in Krefeld). Home Treatment heißt hier dann eindeutig krankenhausersetzende Behandlung, jedoch mit der Möglichkeit, abhängig vom persönlichen Bedarf im Einzelfall flexibel stationäre, teilstationäre und ambulante Elemente zu nutzen. Dies bedeutet, dass durch die Schaffung eines mobilen Teams, die Ressourcen zur Behandlung zu haben, ohne über ein Bett verfügen zu müssen.
Es gibt zwischenzeitlich Home-Treatment-Modelle, die schon länger arbeiten, wie z.B. Krefeld, Geesthacht, Itzehoe, Bamberger Hof in Frankfurt, mit Abstrichen auch Günzburg, aber auch Modelle jüngeren Datums wie z.B. Hanau oder Glauchau in Sachsen.
Auch in Baden-Württemberg gibt es ausgeprägte Initiativen, zwischenzeitlich unter Federführung des Sozialministeriums, allerdings mit dem Pferdefuß, dass die AOK als größte Krankenkasse sich immer noch dagegen sperrt. Aktiv bemüht sich das ZfP Süd Württemberg und die psychiatrische Abteilung am Kreiskrankenhaus in Heidenheim um einen Antrag nach § 64 b.

Wir beantragen deshalb,

dass im Krankenhausauschuss und im Sozial- und Gesundheitsausschuss über diese Erfahrungen informiert und geprüft wird, welche Weiterentwicklungen in Stuttgart möglich sind.

Dazu eingeladen werden:

• Vertreter bereits langjährig arbeitender Modelle, die über ihre Erfahrungen berichten.
• Vertreter der Krankenkassen, insbesondere der AOK, da ohne deren Unterstützung, neue Projekte nicht zu realisieren sind.
• Vertreter der Stuttgarter Psychiatrischen Kliniken, die die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Einrichtungen darstellen.

Clarissa Seitz, Silvia Fischer (Grüne), Dr. Roswitha Blind, Marita Gröger (SPD)

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