Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
Download
27.01.2014

Ganztagsschule- das Stuttgarter Modell weiterentwickeln und flexibler gestalten (+ Antwort)

Antrag

Die Landesregierung und die Kommunalen Landesverbände haben sich nach ausführlichen Verhandlungen auf Eckpunkte geeinigt, die Grundlage für das Schulgesetz zur Ganztagsschule sind. Das neue Gesetz wird demnach zum Schuljahr 2014/15 in Kraft treten können.
Damit ist es dieser Landesregierung gelungen, was die Vorgänger nicht geschafft haben: Nach 45 Jahren Schulversuch wird es jetzt zum ersten Mal eine gesetzliche Verankerung der Ganztagsschule in Baden Württemberg geben.
Wie von der Grünen Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat gefordert, wurde bei den Verhandlungen zwischen den Kommunen und dem Land eine größtmögliche Flexibilität für die Städte und Gemeinden vereinbart. Die Ganztagsschule kann an drei oder vier Tagen an sieben oder acht Stunden in verbindlicher Form für alle Schüler – wenn die gesamte Schule umstellt – oder in Wahlform eingerichtet werden. Bei der Wahlform haben die Schüler an der jeweiligen Schule die Wahl, am Ganztagesbetrieb teilzunehmen oder nicht.
Für uns in Stuttgart bedeutet das neue Gesetz zur Ganztagsschule aber vor allem, dass man von den alten starren Bedingungen der Schulversuchsregelung wegkommt. Wir haben in Stuttgart jetzt die Chance, das grundsätzlich gute Ganztagsschulkonzept zu erweitern und somit dem berechtigten Anliegen vieler Familien nach größerer zeitlicher Flexibilität Rechnung zu tragen.
Wir wollen jetzt den neuen Spielraum nutzen und das Stuttgarter Modell durch ein zweites ergänzen, das den verpflichtenden Schulbesuch auf 15:00 Uhr begrenzt. Wichtig ist uns dabei, dass der hohe Qualitätsanspruch, den wir Grüne beim Einsatz von Fachpersonal und pädagogischem Konzept an die Ganztagesschule haben, auch hier erfüllt wird.
Wir wollen Wahlmöglichkeiten schaffen, so dass vor Ort in den Schulgemeinden über Alternativen, was die Verbindlichkeit und die zeitliche Ausgestaltung angeht, diskutiert wird. Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Landesregierung plant, im Zuge der Novellierung des Schulgesetzes zur Ganztagsschule die Entscheidungsfindung in der Schulkonferenz zu verankern und gleichzeitig eine Drittelparität einzuführen. Dies stärkt das Recht der Eltern in diesem Prozess.

Wir beantragen deshalb:

1. In der nächsten Sitzung des Schulbeirats stellt die Verwaltung die Auswirkungen des neuen Schulgesetzes für die Landeshauptstadt Stuttgart vor und lädt dazu Vertreter des Kultusministeriums und / oder den zuständigen Referenten des Städtetags ein.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, das Stuttgarter Modell der Ganztagsschule zum nächsten Schuljahr gemäß den flexibleren Richtlinien des neuen Schulgesetzes zu erweitern und ein Alternativmodell zu entwickeln. Der zeitliche Rahmen des schulischen Angebots soll sich dabei auf 4×7 Stunden (Schulpflicht bis 15:00 Uhr) erstrecken.
3. Auch für dieses Modell gilt, dass zusätzliche Betreuungsangebote davor und danach von den Eltern dazugebucht werden können, so dass Bildung und Betreuung durchgängig von 7:00 bis 17:00 angeboten wird.
4. Die zusätzlichen Betreuungsangebote können von den Eltern flexibel in Anspruch genommen werden.
5. Die Entscheidung, welches zeitlich verpflichtende Ganztagsmodell an den Schulen angeboten wird (Modell 4×7 Stunden, Schulpflicht-Ende 15:00 Uhr oder Modell 4×8 Stunden, Schulpflicht-Ende 16:00 Uhr), obliegt den schulischen Gremien.

Vittorio Lazaridis, Thekla Walker, Silvia Fischer

Rückblick youtube facebook