Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Sich aus dem Tief malen

Stadtrat Andreas Winter
Dana Fichtner von der Aids-Hilfe
Einer der Künstler
 
 

“Mein Lebensinhalt nach der Diagnose HIV war ‘nicht sterben müssen’. Jetzt hat sich eine Wandlung in mir vollzogen. Auch das Malen war ein wichtiger Schritt in mein neues Leben, in dem ich MICH! und viel Farbe zeigen darf”, sagt ein Betroffener über sein Bild, welches er bei der Aktion „Lebendige Bilder“ der Aids-Hilfe Stuttgart gemalt hat. Diese bot HIV-positiven Menschen, deren Angehörigen und Freunden eine Plattform, auf der sie anderen Menschen etwas über sich oder ihre Situation mitteilen konnten. Zur Vernissage „Lebendige Bilder“ im Stuttgarter Rathaus waren gut 80 Gäste gekommen, um sich Werke genauer anzuschauen.
Doch bevor es soweit war, führten Dana Fichtner von der Aids-Hilfe und Stadtrat Andreas Winter in die Ausstellung ein. „Noch vor 30 Jahren war die Diagnose HIV ein Todesurteil“, sagt Andreas Winter. Zudem habe die Krankheit vor allem bei Homosexuellen die Angst geschürt, noch größere Ausgrenzung zu erfahren. „Zu der Zeit sahen viele Menschen die Krankheit Aids als die gerechte Strafe für falsches sexuelles Verhalten an“, so Winter. Obwohl eine derartige Haltung heute eher selten sei, sei es für Betroffene immer noch sehr schwierig, sich anderen Menschen anzuvertrauen. Doch nicht über Aids zu sprechen, ist falsch, so Andreas Winter. „In Stuttgart gab es 2012 rund 290 Menschen, die sich mit HIV infiziert haben. Das sind 290 zu viel“, so der Stadtrat.
Dieser Meinung ist auch Dana Fichtner, Dipl. Sozialpädagogin bei der Aidshilfe Stuttgart: „Obwohl in den westlichen Ländern HIV nicht mehr das ist, was es einmal war, ist die Diagnose für Betroffene und ihre Angehörigen immer noch ein riesen Schock“, sagt sie. Viele schämten sich für die Krankheit und gingen für Arztbesuche sogar in andere Städte, damit sie unerkannt bleiben. „Manche gehen gar nicht erst zum Arzt. Schlimmstenfalls bricht das HIV-Virus dann aus“, so Dana Fichtner. Und das, obwohl man in Deutschland und anderen westlichen Ländern mittlerweile sehr gut mit der Krankheit leben kann und eine normale Lebenserwartung hat. Deshalb müsse wieder verstärkt auf das Thema HIV aufmerksam gemacht werden. Nur durch Aufklärung, seien Neuansteckungen zu vermeiden. Und nur durch Aufklärung ließen sich auch Vorurteile und Fehlinformationen über infizierte Menschen aus dem Weg räumen. „Deshalb freuen wir uns, dass wir Dank den Grünen Gemeinderatsmitglieder an so exponierter Stelle im Rathaus unsere ‚lebendigen Bilder‘ ausstellen und auf die Krankheit aufmerksam machen können.“
Die Ausstellung der Stuttgarter Aidshilfe und der DAK Gesundheit mit Unterstützung der Grünen Gemeinderatsfaktion gibt’s noch bis zum 3. Januar 2014 werktags von 8 bis 18 Uhr im Erdgeschoss des Stuttgarter Rathauses zu sehen. Einfach mal vorbeischauen!

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