Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Von den Musen küssen lassen

Tabea Schilling und Andreas Winter von den Grünen
Michael Stille, Intendant der Stuttgarter Philharmoniker
Matthias Herrmann, Prorektor der Stuttgarter Musikhochschule
Barbara Tacchini, Leiterin der jungen Oper
 
Felix Fischer, Orchestermanager beim SWR
 

Dafür zu sorgen, dass jeder junge Mensch die Chance bekommt, von den Musen geküsst zu werden, ist unser grüner Ansatz für eine neue und vielversprechende Kulturpädagogik und Kulturvermittlung an Stuttgarter Schulen. „Künstler in die Schule und Schulen zu Kunst und Kultur“ wie ist dieses Vorhaben zu schaffen? Wir diskutierten mit Vertretern der Schulen und Kulturschaffenden.
Für uns ist es ein Anliegen, dass jeder junge Mensch die Möglichkeit bekommt, das kulturelle Leben in unserer Stadt kennenzulernen. Kulturelle Bildung anzustoßen und zu ermöglichen, ist ein Schwerpunkt kommunaler Kulturförderung. Viele Einrichtungen in der Landeshauptstadt leisten hier bereits herausragende Arbeit. Doch wir wollen noch mehr für die Stuttgarter Kinder und Jugendlichen erreichen. Deshalb haben wir im Haushalt 2014/2015 einen umfassenden Antrag zu Kulturpädagogik und Kulturvermittlung gestellt, um dieses Thema zu beflügeln. Die Ressourcen sind da. Die Landeshauptstadt verfügt wie keine andere Stadt in Baden-Württemberg über eine herausragende Kulturlandschaft. Doch oft gibt es Vermittlungs- und Koordinationsschwierigkeiten zwischen Schule und Kunst. Deshalb braucht es eine professionelle Abstimmung.
Düsseldorf hat uns einen Weg in diese Richtung aufgezeigt. Dort gibt es Künstlerpools und die Möglichkeit, über dieses Modell verschiedene Einheiten zu “buchen“. Hierbei übernimmt das dortige Kulturamt die Koordination und die Auswahl der Angebote. Damit haben die Schulen einen verlässlichen Ansprechpartner. Diesen Ansatz, der dort den sinnigen Namen Musenkuss hat, finden wir spannend und verfolgen ihn weiter.
Darüber hinaus brauchen wir eine Koordinierungsstelle, um die Kulturangebote in der Stadt zielgruppenorientiert und gebündelt an die Schulen zu vermitteln. Dazu ist der Dialog mit allen Beteiligten nötig – den Schulen und den Kulturmachern. Die haben wir an einen Tisch gebracht, um sich auszutauschen über Erwartungen, Hoffnungen und Probleme. Aber auch, um eine Vorgehensweise für die Zusammenarbeit zu finden. Doch neben großer Begeisterung gab es auch aus den Reihen der Kulturschaffenden Erwartungen: „Wie ist es zu schaffen, das Kulturvermittlung nicht nur ein singuläres Event, sondern nachhaltig wirkt? Auf welchem Weg können die Schulen erreicht werden, damit die Fülle an Kulturangeboten richtig angenommen wird? Und auch die Angst, dass die Stuttgarter Kulturlandschaft als Reparaturbetrieb der Schullandschaft betrachtet wird, wurde geäußert. Und Vertreter der Schulen und Eltern äußerten Bedenken dahingehend, dass das vielfältige Angebot bisher für viele unüberschaubar ist und der Einblick fehle, welches Projekt für welche Zielgruppe geeignet sei.
Aus diesen Gründen ist unser Vorstoß, eine zentrale Stelle in der Stadtverwaltung für Schulen und Kulturschaffende in Stuttgart zu etablieren, ein wichtiger Schritt. Diese Koordinationsstelle könnte kulturelle Angebote sammeln, bewerten sowie Beratungsleistungen für die Schulen anbieten. So würde der Zugang von Künstlern an Schulen erleichtert und gleichzeitig die kulturelle Bildung der Kinder und jungen Erwachsenen in gute Hände übergeben. Denn wer könnte Schülerinnen und Schüler besser an Kunst und Kultur heranführen als die Künstler selbst.

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