Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Der Rosensteinpark und seine Bewohner

Ja, er fasziniert – der Stuttgarter Rosensteinpark. Rund 100 Gäste tummelten sich deshalb auch bei der Ausstellungseröffnung der Fotostrecke “Faszination Rosensteinpark” im Stuttgarter Rathaus. Sie alle wollten die ersten sein, die einen Blick auf die Tierfotos der Fotografin Tomoko Arai werfen. Dass die Tier- und die Pfanzenwelt dort in Gefahr ist, darauf wollte Arai aufmerksam machen.
“Wir wollen das nicht zulassen und den Park und sein einzigartiges Ökosystem schützen”, machte Stadträtin Clarissa Seitz bei der Vernissage deutlich. Doch die Gefahr für den Park komme nicht nur von S21, sondern auch durch den Auto-Rosensteintunnel. „Beide Gefahren – S21 und den Autotunnel trägt die SPD leider mit“, sagte Stadträtin Seitz, die darüber auch ihr Unverständnis äußerte. Sehr alte städtische Parks wie der Rosensteinpark seien nämlich einzigartige Relikte für europäische Urwaldarten. Nur hier könnten freistehende Bäume ihr natürliches Alter erreichen. Doch leider würden für das Projekt Stuttgart 21 nun insgesamt 124 Bäume gefällt werden, darunter acht besonders stattliche Exemplare. Vier bis fünf Bäume sollen verpflanzt werden. Das dürfe so nicht weitergehen. Mit der Einführung des Nationalparks Nordschwarzwald versuche die Politik hier einen Ersatz zu schaffen. “Auch die in diesem Jahr begonnene Ausweisung von Waldrefugien und Habitatbaumgruppen im Stuttgarter Waldgebiet sind in dieser Hinsicht sehr zu begrüßen“, so Seitz. Bis diese Gebiete jedoch eine ökologische Wertigkeit erlangten, dauere es noch viele Jahrzehnte. Deshalb sei der Rosensteinpark noch lange Zeit einer der wichtigsten Hot-Spots für den Artenschutz.
Der Artenschutz liegt auch Tomoko Arai sehr am Herzen. „Als ich im Frühjahr 2010 erfuhr, dass Teile des Schlossgartens sowie des Rosensteinparks wegen Stuttgart 21 abgeholzt werden, dachte ich, dass der Park bereits von Experten auf seine Artenvielfalt hin überprüft wurde“, erzählt sie. Schnell musste sie sich aber eines Besseren belehren lassen. Sie fand ein Gutachten das besagte, dass es etwa 35 Vogelarten im Rosensteinpark gäbe, darunter etwa 20 Brutvögel. Innerhalb eines Jahres jedoch beobachtete die Fotografin insgesamt 70 Vogelarten und fotografierte unzählige von ihnen. „Ich finde es bedauerlich, dass viele Menschen heute die Vogelnamen nicht mehr kennen. Was man nicht kennt, kann man auch nicht schützen. Ein Mensch, der nur ein Interesse daran hat, möglichst schnell von Punkt A nach Punk B zu fahren, sieht so etwas gar nicht mehr“, glaubt Tomoko Arai.

Vernissage
Die Grüne Stadträtin Clarissa Seitz macht sich für den Rosensteinpark stark
Rund 100 Gäste kamen zur Ausstellungseröffnung
Zur Fotoausstellung gibt es auch einen passenden Kalender
Stadträtin Clarissa Seitz (vorne), Tomoko Arai und Fraktionsvorsitzender Peter Pätzold
 
Tierfotografien, die begeistern
 
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